Aufsatz 
Isaak Casaubonus : aus den Bekenntnissen dieses protestantischen Gelehrten des XVI. und XVII. Jahrhunderts / von Alexander Vial
Entstehung
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eifriger reformierter Christ war. Zwar als ihm sein Vater, dem er seine Erstlings- schrift:In Diogenem Laertium Notae Isaaci Hortiboni ¹) gewidmet hatte, schrieb, eine Anmerkung über die heilige Schrift würde ihm lieber sein als al- ler Fleiss, den er auf Profanschriftsteller verwende, hat er sich dadurch in dem mit grosser Neigung ergriffenen Berufe nicht irre machen lassen, aber dem Wansche sei- nes Vaters doch soviel nachgelebt, dass er sich in der Folge zugleich mit der Erklä- rung des neuen Testaments beschättigte, welches er mit AumerNi n lher die vier Evangelien und die Apostelgeschichte 1587 zu Genf ans Lich kellte. Mit seiner Vaterstadt Genf, in der er auch vierzehn Jahre Lehrer war, blieb ur in fortwährender Verbindung. Als sie von dem Herzog von Savoyen belagert wurde, hat er für sie gebetet und Gott für ihre Erhaltung so gedankt, dass kaum irgend etwas Anderes bezeichnender seine religiöse und kirchliche Richtung charactirisiert:O Gott, o Er- retter, während ich wünschen möchte beim Beginn eines neuen Jahres Dir dieses

Ilaus zu empfehlen, zieht mich eine grössere Sorge und ein wichtigeres Bedenken anderswohin. Denn was ist es, was das öffentliche Gerücht von Genf berichtet? Der Feind sei in die Stadt eingebrochen, aber durch Deinen Schutz und Deine Hülfe wie- der zurückgeschlagen worden. Wenn das so ist, wie Aller Annahme und Aussage ist, siehe, so ist es eine ausserordentliche Wolthat von Dir, womit Du nicht blos die Bürger Genfs, zu denen auch ich gehöre, sondern alle, welche irgendwo von der Liebe zur reinern Religion geleitet werden, auf ewig verpflichtet hast. Denn es ist Niemand unter den Frommen, welcher für die Erhaltung der Gepfer Gemeinde Dir nicht seinen Dank darbrächte. Ich thue es mit dem willigsten Gemüte, dass ich die HJandlungen dieses Jahres mit der Erfüllung dieser Pflicht beginne; wührend ich Dei- nem Lobe nachsinne, erwäge ich bei mir Deine Macht, welche immer, oder dock meistens das da nichts ist erwählt um darin und damit über Deine Feinde zu tri- umphieren. Um nichts Andres zu erwähnen, so ist jene Stadt doch wenigstens das augenscheinlichste Zeugnis von Deiner Allmacht. Denn seit der darin erfolgten Wie- derherstellung der reinen Verehrung Deiner Gottheit, welche Pläne sind da nicht zu ihrer Vernichtung von allen möglichen Menschen ersonnen worden? Wahrhaftig es knirschten die Völker und haben bald mit offener Gewalt, bald durch heimliche List Alles versucht. Vergebens! Noch steht sie da, und dass sie immer stände, wie ein

) Ans Bescheidenheit schrieb er im Anfange seiner schriftstellerischen Thätigkeit unter dem Namen Hlortibonus, weil Casau in der Sprache des Dauphiné einen Garten bedemtet.