Aufsatz 
Die Ellipse als orthogonale Projektion des Kreises betrachtet / Uth
Entstehung
Einzelbild herunterladen

45

II. Chronik der Schule.

Am 22. April, morgens 7 Uhr wurde, nachdem tags vorher die Aufnahmeprüfung abge- halten worden war, das Sommersemester in feierlicher Versammlung eröffnet. Nach Gesang und Gebet wurde Probandus Dr. Pfeiffer in sein Amt eingeführt. Dann wurden die Schulgesetze vor- gelesen und erläutert und die neueingetretenen Schüler nach vorausgegangener Ansprache des Direktors durch Handschlag verpflichtet.

Mit dem Beginn des Schuljahres wurde der bisherige Probandus Rosenkötter bis auf weiteres dem Realgymnasium als wissenschaftlicher Hülfslehrer zugewiesen. Ebenso wurde der dem wissenschaftlichen Hülfslehrer Gerlach früher erteilte Auftrag zur Versehung einer Lehrerstelle auf das Sommersemester 1884 und sodann auch auf das Wintersemester 1884/85 ausgedehnt.

Ferner wurde der Turnlehrer Web er, welcher eine lange Reihe von Jahren den Turn- unterricht mit dem besten Erfolge geleitet hatte, auf seinen Wunsch von seinem Amte entbunden, und der städtische Lehrer Paul zunächst für das Sommersemester 1884 und sodann bis auf weiteres mit Erteilung des Turnunterrichts betraut.

Durch Reskript vom 8. Mai 1 884 wurde der bisherige kath. Religionslehrer Hermann Wedewer zum ordentlichen Lehrer für den kath. Religionsunterricht beider Kgl. Gymnasien ernannt.

Hermann Wedewer, Sohn des verstorbenen Prof. Dr. Wedewer, Inspektor der Selekten- schule zu Frankfurt a. M., wurde daselbst am 30. März 1852 geboren und besuchte die Selekten- schule und das Gymnasium seiner Vaterstadt. Mit dem Zeugnis der Reife entlassen, machte er im Frühjahr 1872 als Gesellschafter des russischen Fürsten O. eine Reise nach dem Orient, studierte dann zu Münster in Westfalen von Ostern 1872 bis Herbst 1875 Philosophie, Theologie und Geschichte, bestand 1873 zu Münster das kirchliche Examen philosophicum und 1874 das wissen- schaftliche theologische Examen für den Eintritt ins Priesterseminar zu Münster, in welchem er von Herbst 1874 bis Januar 1876 weilte. Am 10. August 1875 empfing derselbe nach Ablegung des Diaconats- und Presbyteräts-Examens die Priesterweihe, bestand darauf das Cura-examen für die praktische Seelsorge und folgte im Januar 1876 einer Berufung als kath. Religionslehrer an das Kgl. Gymnasium und Realgymnasium zu Wiesbaden und begann daselbst den Unterricht, nach- dem der Hochwürdigste Herr Bischof von Limburg ihm die erforderliche Missio canonica erteilt hatte. Ostern 1876 wurde ihm auch der kath. Religionsunterricht an der städtischenHöheren Bürgerschule(jetzt Ober-Realschule) übertragen. Am 13. Nov. 1876 bestand derselbe vor der Kgl. Wissenschaftl. Prüfungs-Kommission zu Münster das Examen pro facultate docendi, konnte aber nicht definitiv angestellt werden, da in Wiesbaden keine Stelle für kath. Religionsunterricht bestand. Nachdem der Herr Minister im Jahre 1884 eine solche creiert und er durch die allge- meine Dispens vom 9. Januar 1884 von den Erfordernissen des§. 4 der Maigesetze(durch welche