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ihm bis dahin die Seelsorge verboten war) dispensiert worden war, wurde derselbe durch Dekret vom 8. Mai 1884 zum ordentlichen Gymnasiallehrer ernannt und am 26. Mai 1884 vereidigt. An litterarischen Arbeiten sind von demselben erschienen(auſser Rezensionen und Aufsätzen in wissenschaftlichen Zeitschriften und Beiträgen zur 2. Auflage des„Kirchenlexikons“): „Eine Reise nach dem Orient“. Mit 60 Bildern etc. Regensburg 1877 bei Manz. „Grundriſs der Kirchengeschichte für den kath. Religionsunterricht in den oberen Klassen höherer Lehranstalten.“ Mit 5 Abbildungen. Freiburg 1879 bei Herder. (Zweite Auflage derselben mit 8 Abbildungen 1882.— Dritte Auflage der- selben 1885.) „Thomas a Kempis, Nachfolge Christi mit Betrachtungen zu jedem Kapitel aus dem Französischen bearbeitet“ nebst Gebetbuch. Regensburg 1880 bei Manz. „Grundriſs der Apologetik“ für höhere Lehranstalten und für gebildete Laien. Frei- burg 1880 bei Herder.
Die Pfingstferien dauerten vom 2.— 7. Juni.
Am 12. Juni fiel der Unterricht wegen des Fronleichnamsfestes aus.
Vom 30. Juni bis 5. Juli wurde die schriftliche Maturitätsprüfung vorgenommen.
Am 21. Juli beehrten Ihre Excellenzen der Herr Kultusminister von Gofsler und der Herr Staatsminister Oberpräsident Graf zu Eulenburg die Anstalt mit ihrem hohen Besuche, wohnten mehreren Unterrichtsstunden bei und lieſsen sich das gesamte Lehrerpersonal vorstellen.
Am 6. August fand unter dem Vorsitze des Direktors Spangenberg die mündliche Maturitätsprüfung statt.
Bei Gelegenheit der am 9., 10. und 11. September hier abgehaltenen 38. Hauptversamm- lung des evangelischen Vereins der Gustav-Adolf-Stiftung hatten die evangelischen Schüler der An- stalt mit Genehmigung des Direktors eine Kollekte veranstaltet, deren Ertrag(98 M.) zur Anschaffung von Abendmahlsgefäfsen für bedürftige evangelische Diasporagemeinden verwendet wurde. Der Oberprimaner Wilhelm Franz übergab die Geschenke mit einer auf die Bedeutung derselben hinweisenden Ansprache dem Zentralvorstande, dessen Vorsitzender, Konsistorialrat Pro- fessor der Theol. Dr. theol. Fricke aus Leipzig, in zündenden Worten darauf erwiderte. Die Gaben wurden durch die Hauptversammlung den evangelischen Gemeinden zu Kobylagora (Posen) und Daruvär(Slavonien) überwiesen.
Die Herbstſerien dauerten vom 15. August bis zum 17. September.
Am 19. September wurde, nachdem tags vorher die Aufnahmeprüfung stattgefunden hatte, das Wintersemester in der üblichen Weise eröffnet. Zugleich wurde Probandus Kadesch aus Wiesbaden in sein Amt eingeführt.— Einige Tage später trat noch der Probandus Dr. Zingel aus Wiesbaden in das Lehrerkollegium ein.
Im Sommer war Oberlehrer Dr. Steiger, Premier-Lieutenant der Landwehr, zu einer acht- wöchentlichen Dienstleistung beim Hess. Füs.-Reg. No. 80 eingezogen und wurde durch die Kan- didaten Wiegand und Dr. Pfeiffer vertreten.
Im Laufe des Monats November erkrankte der wissenschaftliche Hülfslehrer Gerlach und muſste bis zum Wiederbeginn der Schule nach Neujahr seinen Unterricht aussetzen. Ferner waren die ordentlichen Lehrer Bielefeld, Aug. Schmidt, Schmidtborn und Rofsbach mehrere Tage durch Krankheit am Unterricht verhindert.


