Aufsatz 
Die Fläche, welche durch Rotation eines Kreises um eine beliebige Axe entsteht / von Uth
Entstehung
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verborgene Licht der göttlichen Weisheit hinleuchtet und daß die Schätze des Menſchengeiſtes, je reicher ſie ſich ſammeln, um ſo vollſtändiger in dem ſcheinbar enggeſchloſſenen Raume der chriſtlichen Wahrheit Platz finden. Denn dieVernunft iſt, wie Leibniz ſagt,ſtets auf Seite der wahren Religion, und ein Widerſpruch der wahren Vernunft gegen die wahre Religion kann vor der Phi⸗ loſophie nicht beſtehen. Was aber kann ſchmählicher ſein als die Lücken der Erkenntniß und des Verſtandes mit Anmaßung und flachem Räſoynement ausfüllen, den Mangel an Urtheil und Ein⸗ ſicht durch Vorurtheile und Verunglimpfungen erſetzen zu wollen? Die Offenbarung, der Glaube iſt doch auch an und für ſich ſchon ein Gegenſtand unſerer Erkenntniß werth, auch für denjenigen, der es noch nicht in ſich ſelbſt erfahren hat, daß die Löſung gerade der wichtigſten Fragen des menſchlichen Geiſtes in der denkend erfaßten Glaubenswahrheit ſich findet. Und welcher wahrhaft Gebildete dürfte dieſes in Vergleich zu vielen andern unendlich wichtige Gebiet des Wiſſens ignoriren?

Darum mögen wir niemals, und erreichten wir die höchſten Stufen der Gelehrſamkeit und wiſſenſchaftlichen Tüchtigkeit, an den Lehren des Glaubens, an dem Inhalte der Offenbarung, ſtolz und ſelbſtgenügſam vorübergehen: nein, kehren wir mit frommer Ehrfurcht oft auch in dieſen hehren Tempel Gottes ein, um ſtaunend zu bewundern und zu betrachten, und laſſen wir uns nicht daheim in dumpfer, beſchränkter Wohnung in falſche Ruhe und Sicherheit einwiegen oder gar zu eitler Selbſtgefälligkeit und ſtolzem Dünkel verführen!

Niemals endlich mögen wir und das iſt der dritte und letzte Punkt, den ich Euch, ge⸗ liebte Schüler, ans Herz legen will niemals mögen wir Vernunft und Viſſenſchaft ver⸗ achten, nie klein und niedrig von ihr denken, aber auch nie vergeſſen, daß es für jene wie für alles Menſchliche eine Grenze gibt. Wie wenig und wie gering iſt im Grunde das, was wir eigentlich wiſſen können! Wenn es auch noch ſo viel und noch ſo groß erſcheint in den Augen desjenigen, der anfängt in dem Reiche des Wiſſens ſeinen Geſichtskreis auszudehnen, ſo be⸗ kannte doch einer der Weiſeſten, die je gelebt, und rühmte ſich deſſen zu allermeiſt, daß er erkannt habe, er wiſſe nichts. Und wahrlich, wenn ſchon auf dem rein natürlichen Wiſſensgebiete, wenn ſchon gegenüber der unermeßlichen, äußern Schöpfung ſelbſt das ausgebreitetſte Wiſſen, die um⸗ faſſendſten Kenntniſſe des begabteſten Geiſtes doch nur einen ſehr kleinen Theil umſpannen und durchdringen, wie viel mehr iſt es der Fall auf dem Gebiete der unſichtbaren Schöpfung, des Geiſtes, und vollends gegenüber dem unendlichen Geiſte des Schöpfers ſelbſt!

Bei allen Erkenntniſſen, welche ſich auf die ſichtbare Welt und auf den endlichen Geiſt im

Menſchen beziehen, genügt das natürliche Licht unſerer Vernunft, bedarf unſer Geiſt keiner höhern Erleuchtung. Hier hat die Vernunft das Recht nach ſelbſtändigem Wiſſen zu verlangen. Und wenn wir uns auch oftmals täuſchen und zu wiſſen wähnen, wo wir im Grunde auch hier nur