Aufsatz 
Die Fläche, welche durch Rotation eines Kreises um eine beliebige Axe entsteht / von Uth
Entstehung
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läugnen, obſchon er ſie nicht mit eigenen Augen ſah, ſo hat das nur darin ſeinen Grund, weil der Wille dabei kein Intereſſe findet. Man würde auch die Elemente des Euklid bezweifeln, wenn eine moraliſche Verpflichtung daraus hervorginge.

So alſo eröffnet ſich dem Zweifel und dem geiſtigen Kampfe, welchem niemand entgehen kann, der zum ſelbſtändigen Gebrauche ſeiner Vernunft gelangt und dem es ernſtlich um die Wahrheit zu thun iſt, nach zwei Seiten hin ein weites Feld, ſowohl bei der einer ſteten Vervollkommnung fähigen und bedürftigen Aneignung des Glaubensinhaltes und der Vermittelung desſelben mit den natürlichen Erkenntniſſen unſerer Vernunft, als auch nicht minder bei der Unterſuchung der die Offen⸗ barung begründenden Thatſachen und geſchichtlichen Zeugniſſe.

Dieſen Kampf glücklich zu kämpfen, geliebte Schüler, das iſt, wie Ihr begreifen werdet, von der allerhöchſten Wichtigkeit. Es hängt davon nicht weniger ab als unſer Friede und unſere Glück⸗ ſeligkeit diesſeits des Grabes und jenſeits. Darum will ich Euch heute und zumal Ihnen, geliebte Abiturienten, vor Ihrem Scheiden von dieſer Anſtalt einige Winke und Rathſchläge ertheilen, wie man ſich zu verhalten hat, um ſiegreich aus demſelben hervorzugehen.

Vor allen Dingen erſtlich muß unſer Wille unbeſtochen ſein, muß Zweifel und Prüfung nur von reinem, ächtem Wahrheitsdrange eingegeben und geleitet werden. Wehe demjenigen, der bei ſeinem Zweifel ein anderes Intereſſe hat als die Wahrheit! Wehe demjenigen, der etwa insgeheim bei ſich den Wunſch hegt, es möge der Glaube und die daraus entſpringende Sittenlehre unhaltbar befunden werden!

Der gute Menſch in ſeinem dunkeln Drange Iſt ſich des rechten Weges wohl bewußt;

Und irrt er auch, ſo lang er ſtrebt,

So wird ihn Gott bald in die Klarheit führen.

Aber wer ſich einen Freibrief wünſcht für das, was ihm bis dahin Sünde und Laſter ſchien, oder wer aus Hochmuth und eitelm Dünkel im Verneinen ſich ſelbſt gefällt, der fällt unfehlbar auch dem Irrthum anheim, nachdem er der Sünde verfallen iſt. Denn böſe Neigungen und Leidenſchaften verdunkeln das reine Licht der Wahrheit, ſie blenden und umnachten den Verſtand, indem ſie Herz und Willen beherrſchen, eine alte Wahrheit, die uns ſchon das Evangelium nachdrücklich lehrt mit den Worten(Joh. III, 19 20):Das aber iſt das Gericht, daß das Licht in die Welt ge⸗ kommen iſt und die Menſchen die Finſterniß mehr liebten als das Licht, weil ihre Werke böſe waren. Denn jeder, der Böſes thut, haßt das Licht und kommt nicht an das Licht, damit ſeine Werke nicht geſtraft werden. Zur Wahrheit, zum Lichte, führt eben kein anderer Weg als ſitt⸗ liche Veredelung und Verbeſſerung. Nur auf dem Boden der Sittlichkeit gedeiht die Pflanze des