Aufsatz 
Die Fläche, welche durch Rotation eines Kreises um eine beliebige Axe entsteht / von Uth
Entstehung
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hoffen, daß Frucht und Gedeihen unſerer Arbeit nicht fehlen werde. Weil aber dieſes oftmals zu wenig bedacht und beachtet wird, darum iſt Unfruchtbarkeit, Miißwachs oder doch eine mittelmäßige Erndte auf unſern Saatfeldern leider nichts Seltenes.

Das Gymnaſium hat nicht bloß eine wiſſenſchaftliche Aufgabe, ſondern, wie die Schule über⸗ haupt, auch eine religiöſe und ſittliche; es ſoll nicht bloß unterrichten, ſondern auch erziehen, nicht bloß Gedächtniß und Verſtand durch mannigfache Kenntniſſe, ſondern auch Herz und Willen zur Tugend, zu, allem Edlen, Schönen und Guten bilden. Und dieſe beiden Aufgaben ſind ſo innig mit einander verbunden, daß ſich die eine ohne die andere nicht löſen läßt. Mögen im ſpätern Leben, nachdem der Menſch körperlich und geiſtig herangewachſen iſt, Kenntniſſe und Wiſſenſchaft einerſeits, Religion und Sittlichkeit anderſeits wie die getrennten Aeſte eines Baumes ohne und neben einander beſtehen können und dennoch iſt es ein trauriger Anblick, wenn der eine Aſt welk und verdorrt oder verkrüppelt und nur kümmerlich genährt erſcheint, während der andere grünt und wächſt!: in der Jugend, auf der Schule iſt dieſes nicht möglich. Von der Wurzel bis dahin, wo die Krone anſetzt, muß der Stamm eines jeden geſunden Baumes einheitlich ſein. Die tüchtigſten Schüler zählen darum, wie die Erfahrung lehrt, durchgängig auch zu den bravſten und frömmſten, und mit Religiöſität und Sittlichkeit ſchwindet alsbald auch die wiſſenſchaftliche Tüchtigkeit dahin.

Deshalb rufe ich demjenigen von Euch, geliebte Schüler, der gegen früher in ſeinen Fort⸗ ſchritten und Leiſtungen merklich nachgelaſſen hat, ſo ernſt als wohlmeinend die Mahnung zu: Halte ein auf der Bahn, auf der Du wandelſt; beſinne Dich und kehre um; der Weg, den Du eingeſchlagen, entfernt Dich von dem Ziele, welches Dir geſetzt iſt; er führt Dich nicht zu gediegenen Kenntniſſen, zu Wiſſen und Bildung, weil er Dich abführt von Frömmigkeit und Tugend! Ent⸗ weder iſt an die Stelle eines treuen, redlichen Fleißes, an die Stelle geregelter Arbeit und Thä⸗ tigkeit ein verderblicher Müßiggang, Zerſtreuungsſucht und ein böſer Hang zu Trägheit und Be⸗ quemlichkeit getreten, oder die gewiſſenhafte Achtung vor den Dir weiſe gezogenen Schranken hat einer ſträflichen Zucht⸗ und Geſetzloſigkeit, dem Ungehorſam, der frechen Willkür eines ungebun- denen, zügelloſen Sinnes und der geiſterſchlaffenden Genußſucht das Feld geräumt, oder endlich, was damit gar oft ſich zu verbinden pflegt, anſtatt der Klarheit, Einigkeit und Ruhe eines frommen, gläubigen Gemüthes hat ſich Zwieſpalt und Uneinigkeit, Zweifel und Unruhe Deines Innern be⸗ mächtigt; anſtatt des ſchönen Seelenfriedens, den der kindliche Sinn und Glaube Dir gewährte, iſt in Deiner Seele ein unerquicklicher Streit entbrannt, der Deinen Geiſt quält, ihn hin und her zerrt und ihm den trauten Frieden raubt, bei dem allein die ſtille Frucht der Weisheit langſam heranreifen und gedeihen kann.

Da ich ſchon bei einer andern Gelegenheit, geliebte Schüler, die Pflicht und die Wohlthat