Aufsatz 
Über Aräometer oder Senkwagen
Entstehung
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Die angegebenen Milchwagen haben den Vortheil, daß man raſch mit ihrer Hilfe ein unge⸗ fähres Urtheil über den Werth der Milch bekommt. Um jedoch ſichrer zu ſein, muß man dieſe Flüſſigkeit noch auf ihren Rahmgehalt unterſuchen.

Waltl's Rahmmeſſer iſt ein Cylinderglas von genau hundert Linien innerer Tiefe. Oben iſt dasſelbe mit 20 Graden verſehen, jeder von der Breite einer Linie. Die zu prüfende Milch wird ſo friſch als möglich in den Rahmmeſſer gegoſſen; ſollte ſie ſchon einige Zeit geſtanden ha⸗ ben, ſo muß man ſie vor dem Eingießen etwas umſchütteln. Man läßt das Ganze 24 Stunden ſtehen, am beſten an einem kühlen Orte, und kann dann den Gehalt an Rahm, der ſich als gelbe Schicht oben angeſammelt hat, direct ableſen. Unverdünnte Milch gibt meiſt 9 bis 10 Grade (Raumprocente) Rahm; ausnahmsweiſe hat man in günſtigen Fällen 20% erhalten.

Verbindet man die Beobachtung am Rahmmeſſer mit der aräometriſchen, ſo wird man bei guter Milch wenig Grade am Aräometer und viele Rahmprocente finden, während eine ſchwere Milch mit wenig Rahm auf Waſſerzuſatz ſchließen läßt.

Obgleich die Genauigkeit der angegebenen Inſtrumente zur Unterſuchung der Milch dem Oekonomen alle Mittel an die Hand gibt, um die Güte derſelben zu beurtheilen, ſo ſind die Reſultate, die man damit der käuflichen Milch gegenüber erzielt, doch noch immer mit einer gewiſſen Unſicherheit behaftet. Das einzige und untrügliche Mittel, ſich über die Güte einer Milch in's Klare zu ſetzen, iſt die ausführliche chemiſche Analyſe, wie ſie zur Feſtſtellung des normalen Gehalts der Milch von Otto und anderen ausgeführt worden iſt, und die eben zu dem oben angegebenen mittleren Gehalt der Milch in Procenten geführt hat. Für raſche Ermittelung iſt auch noch das von Donné zuerſt angegebene optiſche Lactoſkop zu empfehlen, auf deſſen Be⸗ ſchreibung wir übrigens hier nicht eingehen können. Immerhin wird aber die Milchwage und überhaupt die Beſtimmung des ſpec. Gewichtes der Milch ein wichtiges Mittel zur Controle der auf anderem Wege ermittelten Reſultate abgeben.

C. Aräometer mit willkürlicher Skala.

Alle bisher betrachteten Senkwagen geben entweder direct das ſpec. Gewicht der Flüſſigkeiten an, oder ſie dienen zur Ermittelung des Procentgehalts einer Löſung an gewiſſen Subſtanzen. Es bleibt uns noch übrig, etwas über die Aräometer zu ſagen, die eine willkürliche Skala be⸗ ſitzen. Es gibt deren mehrere; wir erwähnen hier nur die von Beaumé, Cartier und Beck.

Beaumé's Aräometer für Flüſſigkeiten, die leichter als Waſſer ſind, iſt ſo eingerichtet, daß es in einer Löſung von 1 Theil Kochſalz in 9 Theilen Waſſer bis zu einem am unteren Ende der Skala gelegenen Punkte einſinkt, der mit 0 bezeichnet iſt. Der etwas höher gelegene Niveau⸗ punkt für deſtillirtes Waſſer trägt die Zahl 10, und der Zwiſchenraum iſt in 10 gleiche Theile getheilt, welche Theilung dann auch noch weiter nach oben fortgeſetzt iſt.

Das von Beaumé angegebene Aräometer für Flüſſigkeiten, die ſpecifiſch ſchwerer als Waſſer ſind, ſinkt in deſtillirtem Waſſer bis zu dem mit Null bezeichneten und am oberen Ende der Skala gelegenen Punkte ein. Beim Einſenken in eine Löſung von 15 Theilen Kochſalz in 85 Theilen deſtillirtem Waſſer taucht das Inſtrument bis zu einem Punkte ein, der mit 15 bezeichnet iſt. Der Zwiſchenraum iſt in 15 gleiche Theile getheilt. Dieſe Grade ſind dann auch noch weiter nach unten abgetragen. Die Temperatur, bei welcher die Graduirung dieſer Inſtrumente vorge⸗ nommen wird, iſt 40 C.

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