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Das Cartier'ſche Aräometer iſt nur eine Abänderung des Beaumé'ſchen, indem 15 Grade Cartier gleich 16 Grade Beaumé ſind. Außerdem iſt der Punkt, bis zu welchem das Inſtrument für leichte Flüſſigkeiten im Waſſer einſinkt, nicht 10, ſondern 10 ¾l oder 11.
Bei dem Aräometer von Beck wird der Nullpunkt durch Eintauchen in deſtillirtes Waſſer von 12,5° C. erhalten. Den mit 30 bezeichneten Punkt findet man durch Eintauchen in eine Flüſſigkeit von 0,850 ſpec. Gewicht. Der Zwiſchenraum iſt in 30 gleiche Theile getheilt.
Das früher ſchon einmal erwähnte, in England gebräuchliche Hydrometer von Twaddle gibt auch eigentlich nicht direct die ſpee. Gewichte an, man erhält dieſelben aber einfach dadurch, daß man die Anzahl Grade mit 5 multiplieirt und die ſo erhaltene Zahl zu 1000 addirt, wobei das ſpec. Gewicht des Waſſers gleich 1000 geſetzt iſt. Ergäbe z. B. eine Salzauflöſung an dem Twaddle'ſchen Inſtrumente 30 Grad, ſo wäre deren ſpec. Gewicht 1,150.
Die Aräometer mit willkürlicher Skala ſind noch immer viel verbreiteter als die mit andern Eintheilungen: ſo concentrirt der Schwefelſäure⸗Fabrikant ſeine Säure, bis ſie 670 Beaumé zeigt, wie überhaupt bei den meiſten Anwendungen dieſer Flüſſigkeit ihre Stärke in Graden nach der Beaumé'ſchen Skala angegeben wird; ſo iſt ferner die ſogenannte Feuerlauge bei der Dar⸗ ſtellung der Seifen 20 bis 25 Grad Beaumé ſtark— kurz viele, ja die meiſten Angaben der Dichtigkeit von in den Gewerben zu verwendenden Flüſſigkeiten finden bei uns nach dem Beaumé'⸗ ſchen Aräometer ſtatt. Der Grund davon liegt wohl in der größeren Leichtigkeit, womit dieſe Inſtrumeute angefertigt werden können, und in der dadurch bedingten Wohlfeilheit derſelben.
Da die Unterſuchung der Flüſſigkeiten mittelſt der Senkwagen von ſo großer Wichtigkeit iſt, ſo hat man die einzelnen Aräometerangaben genau mit einander verglichen und die Reſultate in Tabellen zuſammengeſtellt. Es iſt daher ein Leichtes, die Angaben der einen Senkſpindel auf die einer andern zu redueiren. So iſt z. B. eine Schwefelſäure von 530 Beaumé eine ſolche, die an einem allgemeinen Aräometer ein ſpec. Gewicht von 1,57 zeigen würde.
Wir haben in dem Vorhergehenden das Wichtigſte und Allgemeinverſtändliche über Aräo⸗ meter mitgetheilt, ohne dieſes große Gebiet erſchöpft zu haben, und hoffen nur, daß dadurch klar geworden, von wie großer praktiſcher Wichtigkeit eine anſcheinend ganz theoretiſche Unter⸗ ſuchung, wie z. B. die über das ſpee. Gewicht, werden kann. Denjenigen, der ſich noch weiter über Aräometer und deren Verwendung belehren will, verweiſen wir auf folgende, auch von uns benutzte Werke:
Prechtl, Technologiſche Eneyklopädie; Karmarſch, Supplemente zu Prechtl's Eneyklopädie; Karmarſch, Technologiſches Wörterbuch; Handbuch der Chemie von Liebig, Poggendorff und Wöhler; Muspratt, Techniſche Chemie; Klencke, Verfälſchung der Nahrungsmittel; Elsner, Chemiſch⸗techniſche Mittheilungen; Knapp, Chemiſche Technologie.


