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2,7 Theile verſchiedener Salze. Die Güte einer Milch hängt hauptſächlich vom Gehalt an But⸗ ter, Milchzucker und Käſeſtoff ab. Von dieſen drei Beſtandtheilen wirken aber die beiden letzte⸗ ren dem erſteren in Betreff des ſpec. Gewichtes entgegen. Je butterreicher eine Milch nämlich iſt, deſto ſpeeifiſch leichter erſcheint ſie, indem die einzelnen Fettkügelchen in der Flüſſigkeit ſchwim⸗ men und deren ſpec. Gewicht erniedrigen. Milchzucker und Käſeſtoff erhöhen dagegen das ſpec. Gewicht derſelben. Im Mittel kann man jedoch von einer guten Milch verlangen, daß ſie ein ſpec. Gewicht von 1,026 bis 1,032 bei 15⁰ C. habe.
Entzieht man der Milch den Rahm, d. h. die ſich an der Oberfläche anſammelnden Fett⸗ kügelchen, ſo wird dadurch das ſpec. Gewicht der Flüſſigkeit etwas erhöht, es kann bis zu 1,033 ſteigen. Das Zugießen von Waſſer vermindert die Dichtigkeit der Miſchung, und man kann auf dieſe Art leicht wieder eine Flüſſigkeit erhalten, deren ſpec. Gewicht mit dem guter Milch übereinſtimmt. Ein Aräometer zeigt alſo jetzt zwar auch das Normalgewicht reiner Milch, während dieſelbe doch auf doppelte Art verſchlechtert iſt. Die Unterſuchung der käuflichen Milch, welche bloß mit dem Aräometer vorgenommen werden ſoll, kann alſo zu keinem ſicheren Reſultate führen. Unterſucht man dagegen dieſe wichtige Flüſſigkeit zehreih auf ihre Dichte mittelſt der Senkwage und auf ihren Fettgehalt mit einem Rahmmeſſer, ſo kann man durch Combination die⸗ ſer beiden Reſultate ſchon eher richtige Schlüſſe auf die Güte der Milch machen.
Die gewöhnliche Milchwage iſt ein Aräometer, das in deſtillirtem Waſſer bis an ſein obe⸗ res Ende, wo die Zahl 0 ſteht, eintaucht; in einer Flüſſigkeit, deren ſpec. Gewicht 1,030 iſt, ſinkt das Inſtrument dagegen bis zu einem Punkte ein, den man mit 30 bezeichnet hat. Der Zwiſchen⸗ raum iſt in gleiche Theile getheilt, welche Theile auch noch über den Punkt 30 hinaus aufgetra⸗ gen ſind. An dieſem Inſtrumente ſoll gute Milch wenigſtens 250 zeigen.
Die Dörffel'ſche Milchwage iſt eine kleine Senkſpindel, die in 20 gleiche Grade getheilt iſt. Der Nullpunkt wird durch Eintauchen in Waſſer gefunden, während der 20. Grad an denn Punkte iſt, den eine Flüſſigkeit vom ſpec. Gewicht 1,0383 bei 121 20 R angibt. Man hat vor⸗ geſchlagen, Milch, die nicht abſichtlich mit Waſſer verfälſcht iſt, und die an dieſem Inſtrumente 14⁰° zeigt, als Normalmilch zu betrachten. Es würde dies einem ſpec. Gewicht von 1,0261 und 16,8 Procenten feſter Beſtandtheile entſprechen.
Chevallier hat ein Inſtrument angegeben, das er Centeſimal⸗Galactometer, Hunderttheiligen Milchmeſſer, genannt hat. Dasſelbe iſt eine Senkſpindel, an deren eylindriſchem oberen Theile ſich zwei Theilungen neben einander befinden, die eine für Milch mit Rahm, die andere für ent⸗ rahmte Milch Jede Skala hat einen Punkt, woran die Zahl 100 ſteht. Ueber dieſem Punkt geht die Theilung bis 50, unter demſelben bis 130. Die Zahlen unter 100 ſollen die Procente reiner Milch angeben, was an 100 fehlt iſt zugegoſſenes Waſſer. Sinkt die Spindel z. B. bis 80 ein, ſo ſoll dies anzeigen, daß die Milch eine Miſchung von 80 Theilen reiner Milch und 20 Theilen Waſſer iſt. Der Punkt 50 entſpricht überhaupt einer Flüſſigkeit vom ſpec. Gewicht 1,014; jeder Galactometergrad iſt 3100% eines Grades an einem Aräometer, welches direct das ſpec. Gewicht bis zu Tauſendteln angibt, ſo daß alſo Milch von 110 Grad ein ſpec. Gewicht hätte von 60 mal 3/1000% Grad mehr als 50 grädige, alſo 1,032. Normale Milch zeigt auf die⸗ ſer Wage gewöhnlich 105°, entſprechend einem ſpec. Gewicht von 1,050.— Um die beiden Skalen leicht von einander unterſcheiden zu können, ſind dieſelben verſchieden gefärbt; die für Milch mit Rahm iſt gelb, die andre blau.— Das Centeſimal⸗Galactometer iſt für die Tempe⸗ ratur von 15⁰° C. angefertigt. Iſt der Thermometerſtand von 15° verſchieden, ſo muß man ſich zur Verbeſſerung der Beobachtung einer von Dinocourt aufgeſtellten Tabelle bedienen.


