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die man 7 Pſerde ſpannte, und eine Laſt von 1100 Centnern, denen man 11 Pferde vorſpannte, ſo hätten wir ungefähr ein Bild davon, wie die Anziehung der Erde verſchieden ſchwere Körper mit gleicher Schnelligkeit fallen macht, 2
Es wäre nun wünſchenswerth, in einer Tabelle die Gewichte, wenn auch nicht aller, ſo— doch der in den Gewerben wichtigſten Körper zuſammen geſtellt zu haben. Da wir aber ge⸗ ſehen haben, daß je nach dem Volumen derſelbe Körper ein verſchiedenes Gewicht hat, ſo müßte man alſo übereinkommen, von welchem Volumen man dasſelbe feſtſtellen wollte, etwa von einem Kubikfuß oder einem Kubikzoll für feſte Körper, und von einem Schoppen oder einer Maaß für Flüßigkeiten.— Man hat nun auch ſolche Zuſammenſtellungen und benützt die⸗ ſelben vielfach im praktiſchen Leben bei Koſtenanſchlägen und überhaupt bei Angahe des Gewich⸗ tes von Körpern, deren Cubikinhalt man kennt, ohne dieſelben direct wiegen zu können. Die Verſchiedenheit der Maaß⸗ und Gewichtseinheiten bewirkt jedoch, daß dieſe Gewichtszahlen immer nur für ein Land Giltigkeit haben. Vergleichen wir z. B. die für naſſauiſche, heſſiſche und preußiſche Maaße berechneten Tabellen, ſo finden wir das Gewicht eines Kubikfußes Waſſer be⸗ zuglich gleich 54 Pfund, 31 ¼ Pfund und 61 ¾ Pfund, während ein Kubikfuß Eiſen 420,66; 243,43 und 481,03 Pfund wiegt. Trotz der Verſchiedenheit dieſer Zahlen ſieht man leicht, daß das Gewicht des Eiſens jedesmal 7, 79 mal größer iſt als das betreffende Gewicht des Waſſers. Ebenſo findet man, daß die Anzahl Pfunde, die ein Kubikfuß Kupfer wiegt, in jeder der Tabel⸗ len 8,9 mal ſo groß iſt, als das jedesmalige Gewicht eines Kubikfußes Waſſer. Allgemein iſt alſo die Zahl, die in jedem Maaßſyſtem angibt, wie viel mal ein Kubikfuß irgend einer Sub⸗ ſtanz ſchwerer iſt, als ein Kubikfuß Waſſer, überall dieſelbe. Wenn man daher irgendwo einmal für alle Stoffe die Zahlen feſtgeſtellt hätte, die anzeigen, womit man das Gewicht eines Kubik⸗ fußes Waſſer multipliciren müßte, um das Gewicht eines Kubikfußes dieſer Stoffe zu erhalten, ſo brauchte man für jedes andere Maaß und Gewicht nur genau die Anzahl Pfunde zu ermitteln, die ein Kubikfuß Waſſer wiegt, und könnte dann mit Hilfe der erſtgenannten Zahlen leicht die Gewichte gleicher Volumina aller andern Subſtanzen berechnen.
Daß es ganz gleichgiltig iſt, ob man bei der urſprünglichen Beſtimmung von einem Kubikfuß, Kubikzoll, Kubikdecimeter dꝛc. ausgeht, ſieht man leicht ein. Denn ſo vielmal ein Kubikfuß Blei ſchwerer iſt als ein Kubikfuß Waſſer, ſo vielmal wird auch ein Kubikzoll jenes Metalles ſchwerer ſein, als ein Kubikzoll dieſer Flüſſigkeit, und wir könnten daher kurz ſagen, es ſei von Wichtig⸗ keit, zu ermitteln, wie vielmal ein Körper ſo ſchwer ſei, als ein gleiches Volumen Waſſer.— Die Zahl aber, die man auf dieſe Art erhält, und die alſo angibt, womit man das Gewicht ei⸗ nes beliebigen Volumens Waſſer zu multipliciren hat, um das Gewicht eines gleich großen Vo⸗ lumens eines Körpers zu erhalten, nennt man ſein ſpecifiſches Gewicht oder ſeine Dichtigkeit. Wenn z. B. durch genaues Wiegen ſich heraus geſtellt hat, daß ein Schoppen Queckſilber 13 ½ Pfund wiegt, ſo iſt 13 ½ das ſpec. Gewicht' dieſes Metalles, da ein Schoppen Waſſer nur ein Pfund wiegt, und wenn wir andrerſeits wiſſen, daß das ſpec. Gewicht des Eiſens 7,79 beträgt, ſo können wir ſofort ſchließen, daß ein Kubikfuß Eiſen 7,79 mal 54 Pfund wiegt, da das Ge⸗ wicht eines Kubikfußes Waſſer gleich 54 Pfund iſt.
Nach der obigen Erklärung iſt das ſpec. Gewicht eines Körpers eine Zahl. In Ländern, wo die Längemaaßeinheit auf eine einfachere Weiſe mit der Gewichtseinheit zuſammenhängt als bei uns, läßt ſich die Sache etwas anders auffaſſen. In Heſſen z. B. wiegt ein Kubikzoll Waſ⸗ ſer gerade ein Loth, daher ein Kubikzoll Eiſen 7,79 Loth; dort kann man alſo ſagen: das
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