Aufsatz 
Geschichte der Realschule zu Geisenheim
Entstehung
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Realſchulen, d. h. eine Zuſammenſtellung der Lehrgegenſtände und der für dieſelben beſtimmten wöchentlichen Stundenzahlen, die bei der Aufſtellung der Stundenpläne im Allgemeinen als Richtſchnur dienen ſollte, vorbehaltlich der Aenderungen, welche durch locale Verhältniſſe und die verwendbaren Lehrkräfte unter Begutachtung des Realſchulvorſtandes nothwendig würden. Darnach ſollen nur ganze Stunden, nicht Bruchtheile von Stunden genommen werden, abgeſehen von den Abkürzungen, welche einzelne Leetionen durch die Pauſen erleiden. Der Religionsunterricht wird für beide Confeſſionen gleichzeitig ertheilt und dabei ſollen die nöthigen Claſſencombinationen ein⸗ gerichtet werden, ſoweit ſolche durch die Frequenz der Claſſen zuläſſig erſcheinen. Für die Lati⸗ niſten hat der Unterricht im Franzöſiſchen erſt mit dem dritten Jahre zu beginnen, außerdem ſind dieſelben in den oberen Claſſen von dem Unterrichte im Engliſchen, der Phyſik und Buch⸗ haltung zu dispenſiren, wie denn überhaupt vor einer Ueberbürdung dieſer Schüler mit Arbeiten und Lectionen ernſtlich gewarnt wird.

Am 1. Oectober 1862 wurden die Herren Huber und Müller verſetzt, An ihre Stellen kamen die Herren Henrich und Kilian. Uihlein wurde zum Dirigenten der Schule ernannt und demgemäß aufgefordert, ſich die Acten der Realſchule von Herrn Pfarrer Kneiſel ausfolgen zu laſſen. Zugleich erſchien eine proviſoriſche Dienſtinſtruction für den Realſchulvorſtand, den durch Wahl des Gemeinde⸗ raths die Herren Fritz Lade, von Tengg und Bürgermeiſter Dr. Weil bildeten. Tie Schulordnung für die Pädagogien und Gymnaſien wurde eingeführt.

Der evangeliſche Religionsunterricht fand Aufnahme in dem Stundenplane und wurde dem Herrn Lehrer Pulch zugewieſen, welcher noch anderen Unterricht an der Anſtalt ertheilte. Herr Lehrer Kohlhof erhielt den Unterricht im Schreiben und Geſang. Die Schülerzahl war wieder bis auf 70 geſtiegen. Seit dieſer bewegte ſich djeſelbe zwiſchen 70 und 82. Die Latiniſten machten zu allen Zeiten ungefähr der Geſammtzahl aus.

Am 1. Januar 1863 bekam die Schule ein einfaches Siegel, an deſſen Stelle 1864 ein anderes mit herrſchaftlichen Emblemen trat. Am 15. Februar 1863 erfolgte eine Regierungsver⸗ fügung, welche ſehr wichtige Beſtimmungen über die Collocation und Verſetzungen der Schüler enthält.

Nachdem zu Oſtern 1863 Herr Baumann auf ſein Anſuchen von dem Zeichenunterrichte entbunden worden war, ſtellte der Dirigent der Schule im Einverſtändniß mit dem Schulvor⸗ ſtande bei der Regierung den Antrag, dieſelhe wolle einen Lehrer an die Realſchule dirigiren, der den Zeichenunterricht ertheilen und zugleich als Lehrer für die andern Fächer in die Anſtalt ein⸗ treten könne.

Die Regierung ging auf den Antrag ein und dirigirte den Herrn Lehrer Brückel von Weil⸗ burg hierher. Mit dem Eintritt des Herrn Brückel konnte die vierte Claſſe hergeſtellt und damit der äußere Bau der Realſchule vollendet werden. Für den evangeliſchen Religionsunterricht in den beiden Oberelaſſen trat Herr Caplan Bickel von Rüdesheim ein; in den unteren Claſſen übernahm Herr Brückel dieſen Unterricht, Herr Pulch erhielt neben dem Turnunterrichte 3 Stunden Deutſch in der zweiten Claſſe. Somit beſtand hei dem Beginn des Sommerſemeſters das Lehrer⸗ eollegium aus vier Hauptlehrern(Uihlein, Henrich, Kilian und Brückel), dem Herrn Frühmeſſer Bayer, für alte Sprachen und den katholiſchen Religionsunterricht, dem Herrn Caplan Bickel, für den eyangeliſchen Religionsunterricht in Claſſe I. und II., dem Herrn Kohlhof und dem Herrn

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