Aufsatz 
Geschichte der Realschule zu Geisenheim
Entstehung
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Pulch, welche beide letztere zuſammen 13 Stunden Hilfsunterricht wöchentlich ertheilten. Dieſer Beſtand iſt bis jetzt nicht vermindert worden, wohl aber ſind einige Perſonalveränderungen ein⸗ getreten. An die Stelle des Herrn Bickel kam mit dem 1. Januar 1864 Herr Caplan Löw und für dieſen am 1. Januar 1865 Herr Caplan Eibach. Herr Henrich wurde am 1. Januar 1865 verſetzt. An ſeine Stelle kam Herr Candidat Bill, nach deſſen Abgang zu Oſtern 1866 Herr Reallehrer Meyer eintrat. Herr Pulch, welcher mit dem 1. Mai 1864 ſeine Entlaſſung aus dem Schuldienſte nahm, erhielt einen Nachfolger in dem Herrn Lehrer Weber.

Es iſt noch zu erwähnen, daß im Jahre 1864 auf Anregung der Herren Lade eine Ge⸗ ſellſchaft bewährter Schulfreunde, vorzugsweiſe für die Realſchüler, mit großen Opfern eine ſehr zweckmäßig eingerichtete Schwimmſchule gründete.

Es fehlte der Realſchule jetzt Nichts mehr als ein neuer Lehrplan.

Wir haben oben geſagt, daß bei der Gründung der Anſtalt Herr Regierungsrath Dr. Seebode den Lehrern einen kurz gefaßten Lehrplan behändigte. Dieſer Plan, welcher für die damalige Zeit vollſtändig ausreichte, wurde ſpäter eintretenden Lehrern nicht mehr mitgetheilt. Auch konnte der⸗ ſelbe nicht mehr genügen, als die Leiſtungsfähigkeit und die Bedürfniſſe, der Realſchulen klarer zu Tage getreten waren. Es fehlte alſo zuletzt an der feſten Norm für den Unterricht. Die Be⸗ ſtimmung des Lehrziels war mehr oder weniger dem Ermeſſen der einzelnen Lehrer überlaſſen. Dadurch entbehrte bei dem herrſchenden Fachlehrerſyſtem der Unterricht des Grundgedankens und der inneren Verbindung, und an Ausſchreitungen beſonders von Seiten unerfahrener Lehrer konnte es nicht fehlen. Deßhalb war ein neuer Lehrplan, welcher der Ungebundenheit ſteuerte, ein dringen⸗ des Bedürfniß. Derſelbe erſchien im Jahr 1865. Durch Reſcript vom 20. März wurde der Dirigent hieſiger Schule benachrichtigt, daß er zum Mitgliede einer aus practiſchen Schulmännern zuſammengeſetzten Commiſſion ernannt ſei, welche am 10. April in dem Regierungsgebäude zu Wiesbaden zuſammentreten ſollte, um den ausgearbeiteten Lehrplan zu begutachten. Die Aufgabe der Commiſſion ſollte darin beſtehen, zu erforſchen,inwieweit die aufgeſtellten Lehrziele der Unter⸗ richtsgegenſtände erfahrungsgemäß erreicht werden können, ob die Bedürfniſſe der Realſ chulgemeinden durch den Lehrplan ihre volle Berückſichtigung gefunden haben, ob die Ausführung des hier auf⸗ geſtellten Lehrpenſums durch die im Geſetze vom 5. November 1861 verfügte Organiſation der Realſchulen nicht behindert und ob das für die einzelnen Lehrgegenſtände vorgeſchriebene wöchent⸗ liche Stundenmaß in den gewöhnlichen Rahmen eines Stundenplans zu bringen ſei u. ſ. w.

Die Commiſſion begann an dem feſtgeſetzten Tage unter dem Vorſitze des Herrn Geheimen Regierungsrath Dr. Firnhaber ihre Arbeit und beendigte dieſelbe ſchon Tags darauf. An dem zur Prüfung vorgelegten Werke war nicht viel zu ändern. Am 11. Mai wurde der nunmehr endgültig feſtgeſtellte Plan hieſiger Schule mitgetheilt. Jeder an der Anſtalt vollſtändig beſchäftigte Lehrer erhielt ein Exemplar. Außerdem wurden noch einige Exemplare in der Regiſtratur der Realſchule hinterlegt, um dieſelben den Hilfslehrern leihweiſe zu verabreichen. Der Lehrplan ſollte möglichſt bald, jedenfalls bis zum nächſten Winterſemeſter zur Ausführung gelangen. Deshalb wurde der Dirigent beauftragt, ſchon bis zum 15. Auguſt den Stundenplan für genanntes Semeſter vorzulegen, unter detaillirter Angabe, inwieweit die Ausführung des Lehrplans hier möglich ſei, welche Hinderniſſe der vollſtändigen Durchführung deſſelben entgegen ſtehen und wie dieſelben durch Zuweiſung geeigneter Lehrkräfte u. ſ. w. zu heben ſeien. Da in hieſiger Schule