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dieß Mal die namentlich in das Jägerthal eine ſchöne Fernſicht bietende Ruine der im erſten Zehntel des 13. Jahrh. erbauten Hardenburg, mit ihrem lieblichen Lindenplatz, ſodann das köſtlichſte Kleinod der dortigen Gegend, die auf einem mitten im Thale iſoliert gelegenen Berge emporragenden und noch anſehnlichen Ueberreſte der Abtei Limburg, an deren Stelle früher die Burg und der Sitz der Herzoge des ſaliſch⸗fränkiſchen Hauſes lag, welche Burg aber Herzog Konrad, der erſte deutſche Kaiſer aus dieſem mächtigen Geſchlechte, auf Anlaß ſeiner frommen Gattin Giſela im J. 1030 in ein Gotteshaus verwandelte, unter reichlicher Beſchenkung der neuen Stiftung, derſelbe welcher auch den Grundſtein zum hohen Kaiſer⸗Dome in Speyer legte.— Am Ruͤckwege wurden beſichtigt in Dürkheim das Naturalien⸗Cabinet(Pollichia, vom verdienſtlichen Pfarrer Pollich be⸗ nannt), die Badeanſtalt, der Curgarten, das Triebwerk der Saline mit ihren Gradier⸗Häuſern, nach einer Erholung zu Ungſtein beim jugendfreundlichen Wirth zum Ritter, Herrn Adjunct Wolf, die gothiſche Kirche in Freinsheim ac. ꝛc. Die Morgens 5 Uhr ausziehende Jugend kam Abends 9 Uhr glücklich, ohne Nachzügler, in Worms wieder an.— Die zweite Turnfahrt geſchah am ſchulfreien Namensfeſte Sr. Königl. Hoheit des Großherzogs mit 37 Schülern, und der Herr Turn⸗ lehrer ließ ſich auch dieß Mal von der practiſchen Anſicht leiten, die Jugend zuerſt mit dem Nächſten bekannt zu machen, um nicht dem Tadel unſeres humoriſtiſchen Landsmannes Lehne zu verfallen: „Sie wiſſen wo Moskau lei't, wiſſen aber in der Gemarkung kein Beſcheid.“ Der Marſch gieng zunächſt nach dem freundlichen Frankenthal, wo der Canal, die ehemalige Seidenfabrik, das für die ganze Pfalz eingerichtete Armenhaus, ehemals eine Porcellanfabrik, die darin beſindliche Taub⸗ ſtummenanſtalt(unter Leitung des in ſeiner Art ausgezeichneten Herrn Kirſch, welcher den Schülern zu Gefallen ein Examen mit ſeinen Eleven hielt), ferner die kath. Kirche mit ihrer ſehenswürdigen Malerei und ihren architectoniſch⸗merkwürdigen Eingängen, die Glocken⸗Gießerei, die Schnellpreſſen⸗ Fabrik des Herrn Hamm ac. in Augenſchein genommen wurden. Dann gieng's nach Oggers⸗ heim, wo beſichtigt wurden: das Haus, in welchem Schiller ſeinen Fiesko ſchrieb, das Sommer⸗ Theater des Kurfürſten K. Theodor, die Sammet⸗Fabrik; endlich nach dem„lieblichen“ Mann⸗ heim, wie Göthe es nenntz dort ſahen ſie die Kirchen, die Synagoge, Schiller's Standbild, das Theater, die Kettenbrücke, den Mercurius⸗ und Götterbrunnen, das Kaufhaus, das Schloß mit ſeinem Garten ꝛc.— Nach einer kleinen Erholung wurde die Jugend von den Wellen des Rheins per Dampfboot nach Hauſe getragen, wo ſie 4 ½ Uhr vergnügt und wohlbehalten ankam.


