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Urſache ein gewiſſer A. Lenoir ſogar ins Gefängniß geſetzt, und, nachdem man ihn gegen Kaution freigelaſſen, dem Hohn einer aufgehetzten Volksmenge preisgegeben. Dieſes unwür⸗ dige Verfahren rügte Profeſſor Monnard im„Nouvelliste vaudois“ mit ernſten und nachdrücklichen Worten, zog aber dadurch eine Fluth der erbittertſten Erwiederungen von Sei⸗ ten ſeiner politiſchen Gegner auf ſich, die ſich überdies mit ſophiſtiſcher Gewandtheit den Anſchein von Vertheidigern des Rechtes und der Geſetzlichkeit gaben. Auch hier blieb Vinet, Monnard's gleichgeſinnter warmer Freund, nicht zu⸗ rück, ſondern trat als Mitkämpfer für die heilige Sache religiöſer Freiheit ihm zur Seite in die Schranken. Er veröffentlichte in dieſer Angelegenheit einen Aufſatz, der zu⸗ erſt für den„Nouvelliste“ beſtimmt war, als Flugſchrift, worin er die Achtung vor dem religiöſen Gewiſſen, als der eigentlichen Grundlage der religiöſen Freiheit, dringend for⸗ dert, und ſeinen Gegnern ſchlagend die Widerſprüche nach⸗ weiſt, in welche ſie verfallen waren, indem ſie einerſeits ſich für die Cultusfreiheit erklärten, andererſeits dieſelbe aber thatſächlich dadurch wieder verläugneten, daß ſie vom Staate die Ueberwachung der Cultuseinheit verlangten. In nicht geringerem Grade, wie ſein Freund, wurde auch Vinet mit Schmähworten überhäuft. Einer ſeiner erbittertſten Wider⸗ ſacher, der offenbar unfähig war, einen ehrlichen Kampf mit gleichen Geiſteswaffen gegen ihn zu führen, ſtellte einzelne aus dem Zuſammenhang geriſſene Sätze jener Schrift als Beweiſe, ſowohl der häretiſchen Grundſätze, als auch der ſtaatsgefährlichen Tendenzen des Verfaſſers auf und rief in einem Streit, der lediglich Doktrinen und Theorien betraf, ſogar die Staatsgewalt an, denſelben zur Verantwortung und gebührenden Strafe zu ziehen. Der Staatsrath erließ auch in der That an die Friedensrichter des Kantons eine


