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5. Wilhelm Ludwig Theodor Ruge, geboren am 6. Oktober 1843 zu Coldevitz, besuchte das Königliche Pädagogium von Ostern 1855 bis Weihnachten 1861. Er widmete sich dann der Landwirtschaft, studierte von 1867— 68 auf der Akademie zu Eldena und nahm 1870—71 als Landwehroffizier am Kriege teil. Nach dem Kriege übernahm er Serams und später Borchtitz, beides Güter auf Rügen. Nachdem er sich 1892 von der landwirtschaftlichen Tätigkeit zurückgezogen hatte, siedelte er nach Mecklenburg über, wo er im Januar 1905 starb.
6. Bruno Adam Bogislav von Bremen, in Bergen a. Rg. am 3. Mai 1848 geboren, besuchte von Januar 1860 an das Pädagogium, ging im Juni 1866 mit dem Zeugnis der Reife ab und trat als Fahnenjunker beim Pommerschen Jägerbataillon Nr. 2 in Greifswald ein. Den französischen Krieg machte er zunächst in diesem Bataillon mit und nahm an der Schlacht bei Gravelotte und der Einschliessung von Metz teil. Im November 1870 zum 2. Reserve-Jäger-Bataillon kommandiert, war er bis zum Ende des Krieges an cer Vertreibung der Franktireurs in Lothringen beteiligt. Von 1872— 75 war er auf der Kriegsakademie, dann Oberleutnant im 2. Schlesischen Grenadierregiment Nr. 11. Durch die Strapazen des Feldzuges hatte er sich ein Leiden zugezogen, das ihn schon im August 1882 nötigte, seinen Abschied nachzusuchen. Lünger als 20 Jahre war er in der Strafanstaltsverwaltung in Berlin, Luckau und Münster i. W. tätig. Seit 2 Jahren pensioniert, starb er am 24. Dezember 1904. Seine beste Kraft weihte er einer grossen Zeit, an deren Erfolgen er mitarbeitete und der seine Gedanken bis zu seinem Tode angehörten.
7. Heinrich Paeplow, geboren den 11. August 1862 zu Demmin, studierte nach Absolvierung des Gymnasiums seider Vaterstadt in Berlin und Greifswald alte Philologie, Germanistik und Meschichte. Von Ostern 1888— 89 war er Probekandidat am Königl. Marienstiftsgymnasium in Stettin und darauf Hülfslehrer in Stargard i. P. und Stettin. Von Ostern 1896—1900 wirkte er als Oberlehrer an unserer Anstalt, später am Gymnasium zu Dramburg, wo er bis zu seiner letzten Krankheit tätig war. Er starb am 20. August 1905 nach schwerem Leiden.
8. Immannel Gotthard Beyer, geb. am 5. Juni 1863 in Zützen bei Luckau, war von Ostern 1876 bis Michaelis 1882 Schüler der Anstalt und widmete sich dann dem Apothekerberufe; er studierte in Berlin und Halle, diente beim 1. Brandenburgischen Leib-Grenadierregiment König Friedrich Wilhelm III. Nr. 8 in Frankfurt a. d. O., erwarb 1899 die Oberapotheke in Sorau und starb infolge eines Lungen- leidens schon am 15. Februar 1905.
9. Max Franz Adolf Kopp, geboren am 25. Oktober 1865 in Christianstadt am Bober, war von Ostern 1880 bis Michaelis 1886 auf dem Pädagogium, studierte in Berlin und Greifswald Theologie, diente beim Infanterieregiment Nr. 42, bestand 1891 die erste, 1894 die zweite theologische Prüfung, war Vikar und Häülfsprediger an verschiedenen Orten der Provinz Posen und wurde dann 1900 Pfarrrer am Köpiglichen Zentralgefängnis in Wohlau, 1902 an der Königlichen Strafanstalt in Delitzsch. Er starb an der Lungenentzündung nach kurzem Krankenlager am 17. Juli 1905.
10. Ernst Triepcke, geboren zu Hannover den 14. Februar 1872, besuchte unsere Anstalt von Ostern 1889— 92, trat auf Beförderung in das 3. Westfälische Infanterieregiment Freiherr von Sparr Nr. 16, musste aber wegen eines schweren Ohrenleidens als Fähnrich seinen Abschied nehmen. Um in einem südlichen Klima zu genesen, ging er nach Afrika und wurde Farmer. Im Burenkriege kämpfte er als Freiwilliger mit gegen Jamson und erntete den Dank des Präsidenten Krüger. Als der Aufstand in Deutsch-Südwest-Afrika ausbrach, trat er als Kriegsfreiwilliger in unser Heer und fiel im Gefecht bei Gross- Nabas am 2. Januar 1905.— Wie heiss t's in dem alten Liede?
Ich sag ohn' Spott, Und Pfeifeng'sang
Kein schön'rer Tod Wird man begraben.
Ist in der Welt, Davon tut haben
Als so man fällt Unsterblichen Ruhm
Auf grüner Heid' Mancher Held fromm,
Ohn’' Klag und Leid. Hat zugesetzet Leib und Bint
Mit Trommelklang Dem Vaterland zu gut.


