Aufsatz 
Festrede zur Schillerfeier
Entstehung
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1. Johann Bernhard von Maltzan, Freiherr zu Wartenberg und Penzlin, geb. am 20. Juli 1820 zu Brustorf bei Neustrelitz, ist als erster Schüler in das Album des Pädagogiums eingetragen. Bei der Eröffnung der Anstalt am 7. Oktober 1836 sprach er, wie es in dem Berichte des Direktors Hasenbalg heisst, als primus omnium in einfachen und herzlichen Worten die Empfindungen und Vorsätze aus, die gewiss während jener feierlichen Stunden in der Brust aller versammelten Zöglinge lebendig waren und späterhin unter Gottes gnädigem Beistande auch bei den meisten derselben zu recht erfreulichen Früchten gereift sind. Am 19. März 1839 bestand er als erster Abiturient die Reifeprüfung; der König- liche Kommissar erklärte, dass seit mehr als 20 Jahren kein Abiturient mit einer gleichmässig befriedigenden Schulbildung in Stralsund oder Greifswald abgegangen sei. Bei seiner Entlassung verabschiedete er sich durch eine Rede:Die Wissenschaft als Führerin im Leben. Was der Jüngling zu werden versprach, zst der Mann geworden. Nachdem er in Berlin, Breslau und Rostock studiert hatte, legte von Maltzan im Herbst 1843 die erste juristische Prüfung ab und war dann als Auskultator an verschiedenen Orten tätig. Am 15. November 1848 bestand er das Richterexamen, wurde am 1. September 1850 Hülfsarbeiter bei der Justizkanzlei in Rostock und im Juni 1852 Justizrat daselbst. Am 1. Januar 1876 wurde er zum Vizedirektor bei der Justizkanzlei in Güstrow befördert und bei der Neuorganisation des Gerichtswesens am 1. Oktober 1879 als Oberlandesgerichtsrat nach Rostock versetzat. Den 1. Januar 1890 zum Senats- präsidenten befördert, beging er 1893 sein 50 jähriges Dienstjubiläum. Am 1. Oktober 1894 erfolgte seine Ernennung zum Präsidenten des Oberlandesgerichts. Als solcher erhielt er am 19. März 1895 das Prädikat Exzellenz. Seine Verdienste um die Rechtspflege wurden von seinem Landesherrn durch die Verleihung des Grosskreuzes des Hausordens der Wendischen Krone, von der juristischen Falkultät der Universität Rostock durch die Ernennung zum Doktor juris honoris causa anerkannt. Nach 56 jähriger Dienstzeit trat Exzellenz von Maltzan am 1. Januar 1900 in den Ruhestand; 85 Jahre alt, entschlief er nach kurzer Krankheit am 25. Juli 1905.

2. August Wilhelm Werner von Seeler, geb. zu Neu-Buckow am 12. Dezember 1822, war Schüler der Anstalt von ihrer Gründung bis zum Jahre 1841. Im Dezember 1842 trat er als Junker in das Mecklenburg-Strelitzische Infanteriebataillon, wurde 1844 Offizier, erhielt in Schleswig-Holstein 1848 die Feuertaufe, wurde 1858 Hauptmann, machte den Feldzug von 1866 mit, wurde 1867 Major und Kommandeur des Bataillons, das in demselben Jahre dem Mecklenburgischen Grenadierregiment Nr. 89 einverleibt wurde, und zog 1870 mit nach Frankreich. Zuerst nahm er an der Belagerung von Toul teil und machte dann im 24. Infanterie-Regiment den an Strapazen und Gefechten reichen Loire-Feldzug mit. Er erhielt vom Prinzen Friedrich Karl eigenhändig das Eiserne Kreuz überreicht und wurde auch mit dem Mecklenburg-Strelitzer Kreuz für Auszeichnung im Kriege und dem Mecklenburg-Schwerinschen Militär-Verdienstkreuz dekoriert. Bis 1873 verblieb er als Oberstleutnant bei der Okkupationsarmee in Frankreich, wurde später Kommandeur des Landwehrbezirks Jüterbog und blieb in dieser Stellung auch als Oberst bis 1879. Nachdem er 1881 zum Flügeladjutanten des Grossherzogs ernannt worden war, trat er 1886 als Vorsitzender an die Spitze des Militärkollegiums und feierte im Jahre 1903 sein 60 jähriges Dienstjubiläum. Nach einem reichgesegneten Leben starb er am 27. Juli 1905.

3. Friedrich Christ. Wilhelm von Bülow, geboren am 21. Februar 1826 zu Kagel bei Malchow, besuchte das Pädagogium von Ostern 1839 bis Herbst 1842. Nachdem er in das Dragoner- regiment Nr. 17 zu Ludwigslust eingetreten war, machte er als Leutnant und Adjutant den Feldzug in Schleswig-Holstein mit. Darauf nahm er seinen Abschied und widmete sich der Landwirtschaft; nach dem Tode seines Vaters übernahm er das Rittergut Rogeez b. Stuer i. M., wurde Kammerherr des Gross- herzogs Friedrich Franz II., gab 1896 aber das väterliche Gut auf und zog nach Schwerin, wo er am 2. Juli 1905 starb.

4. August Bode, geboren zu Brandenburg a. H. am 31. Oktober 1836, studierte in Berlin Mathematik und Naturwissenschaften, bestand am 13. August 1859 die Lehramtsprüfung, trat Michaelis 1859 in das mathematische Seminar zu Berlin und kam Ostern 1860 als Adjunkt an unsere Anstalt, an der er vier Jahre tätig war. Von hier ging er nach Greifswald, wo er als Oberlehrer und Professor bis zum 1. Oktober 1903 wirkte. Nach seinem Eintritt in den Ruhestand lebte er in seiner Vaterstadt Brandenburg und starb dort an der Lungenentzündung am 12. November 1905.