Aufsatz 
Festrede zur Schillerfeier
Entstehung
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Vom 10.12. Mai weilte unser Dezernent im Unterrichtsministerium Hferr Geheimer Regierungsrat Dr. Reinhardt in Begleitung des Herrn Provinzial-Schulrats Dr. Friedel an unserer Anstalt. Er besichtigte die Einrichtungen des Pädagogiums und wohnte dem Unterrichte in sämtlichen Klassen bei. Am Schluß versammelte er das Lehrerkollegium zu einer Konferenz um sich, in der er Unterrichtsfragen zur Erörterung brachte. Für die anregende Art, in der er dies tat, fühlen wir uns ihm zu großem Dank verpflichtet.

Der Reifeprüfung unterzogen sich im Sommer zwei Oberprimaner und ein Extraneer, Martin Neumann aus Lüsse bei Belzig in der Mark Brandenburg, ein früherer Oberprimaner des Pädagogiums, der wegen langer Krankheit vor dem Abiturientenexamen hatte abgehen müssen und den jetzt noch das schwere Geschick traf, daß sein Vater unmittelbar vor seinem Examen in einem Nordsee-Bade verunglückte. Die schriftliche Prüfung fand vom 16.19. bez. 20. 23. August, die mündliche unter Vorsitz des Fferrn Provinzial-Schulrats Dr. Friedel am 24. August statt. Die drei Prüflinge bestanden. Im Winter war die schriftliche Reifeprüfung vom 5.8. März, die mündliche unter Vorsitz des Herrn Provinzial- Schulrats Dr. Friedel am 27. März, die Entlassung am 20. März. Das Ergebnis siehe unten.

Die Pfingstferien dauerten vom 9. Juni nachmittags bis zum 15. Juni früh, die Sommerferien vom 30. Juni mittags bis zum 1. August früh; die Herbstferien mußten wegen größerer baulicher Reparaturen verschoben und um ein paar Tage verlängert werden; sie dauerten vom 7. bis zum 30. Oktober einschließlich.

Am 30. September schied Herr Oberlehrer Dr. Marseille von der Anstalt, um einem ehrenvollen Rufe als Oberlehrer und 2. Geistlicher an die Königliche Landesschule zu Pforta Folge zu leisten. In warmen Worten sprach ihm der Direktor vor versammelter Schulgemeinde den Dank. für seine der Anstalt, insbesondere dem Nebenalumnat, dessen Inspektor er war, geleisteten wertvollen Dienste aus und wünschte ihm, daß er in seinem neuen erweiterten Wirkungskreise sich ebenso wie hier die Herzen seiner Schüler gewinnen mõöge.

Für ihn trat am 31. Oktober Herr Oberlehrer Kaulbach von der Königlichen Landesschule zu Pforta in unser Lehrerkollegium ein.

Hans Kaulbach, geb. den 20. Juni 1871 in Hammerstein, Kreis Schlochau, besuchte die

Gymnasien zu Nakel und Bromberg und studierte in Greifswald, Tübingen und Berlin Theologie. Nach-

dam er das erste theologische Examen bestanden und in Gunesen als Einjährig-Freiwilliger seiner Militär-

pflicht genügt hatte, war er von Oktober 1895 97 im Konvikt des Klostergymnasiums zu Magdeburg tätig, bestand Ostern 1898 seine zweite theologische Prüfung und wirkte vom J. September 1898 99 als

Vikar an der Pfarrkirche in Bromberg. Am 2. November 1900 machte er das Oberlehrerexamen und war

im Wiater 1900 01 Hilfslehrer am Königlichen Gymnasium in Bromberg, im Sommer 1901 am Königl.

Gymnasium in Gnesen und dann vom I. Oktober 1901 an Oberlehrer und 2. Geistlicher an der Königl.

Landesschule in Pforta.

Gleichzeitig begann der Lehramtsassistent Herr Albert Joseph Richaud aus Aix in der Provence(Südfrankreich), den der Herr Minister für den Winter der Anstalt über- wiesen hatte, seine Tätigkeit. Er erteilte an jedem Wochentage abends zwei französische Konversationsstunden für Schüler der Klassen Oberprima bis Obertertia.

Am 1. November schied einer der ältesten Angehörigen unserer Anstalt, Herr Friedrich Michaelis, aus seiner Stelle als Alumnatsdiener aus. Im Frühjahr 1866 war er für den Dienst des Pädagogiums gewonnen worden; dann aber kam noch vor dem