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So steht Schiller auch als der große Deutsche da, der Deutsche vom Scheitel bis zur Sohle, deutsch im Sinnen und Minnen, deutsch im Singen und Sagen, deutsch im Denken und Dichten. Hat er ja doch jene Ideale verherrlicht, deren Verwirklichung nach den Worten Hammerlings des deutschen Volkes Aufgabe ist.
„Die heiligen Ideale
Der Menschheit, Freiheit, Recht und Licht und Liebe! Das sind die letzten vollerglühten Flammen
Des Urlichts— sie zu schüren allzusammen
In eine Glut im hadernden Getriebe
Des Völkerlebens: das ist deine Sendung!“
Volk Odins, das ist Menschentums Vollendung!“
Groß und bedeutend steht Schiller als Dichter da, groß und bedeutend ist er auch als Historiker. Mit echt deutschem Gelehrtenfleiß versenkte er sich in das Studium der Geschichte: sie mußte ihm ersetzen, was ihm, dem armen Bürgersohn, fehlte: Menschen und Weltkenntnis. Er behandelte sie als Dichter und Philosoph zugleich: sie erschien ihm als Ausdruck dessen, was er poetisch darstellte, als der Kampf des Edlen und Schönen mit dem Schlechten und Gemeinen.
„So stehst du, erhabener Dichterfürst, als ein Vorbild da, dem wir, die Jugend, mit glühendem Herzen nacheifern wollen. Heute vor hundert Jahren hat dein brechendes Auge zum letztenmale die untergehende Sonne geschaut; für uns aber bist du zur aufgehenden Sonne geworden; denn du hast die höchsten Ideale der Menschheit nicht allein wie Sterne aufleuchten lassen, sondern du hast sie auch als lebendige Substanz, als beherrschende Kraft in die Herzen aller deiner geistigen Mitstreiter eingesenkt. Und wie das siegreiche Heer seinem Feldherrn zujauchzt und ihm des Ruhmes Nranz aufs Haupt setzt, so legen auch wir den Kranz des Lorbeers, den immergrünnen, vor dir nieder als schuldigen Tribut— nein, als Aus- druck dessen, was durch unsere Herzen glüht, daß du warst, bist und bleiben wirst unser Führer und Herzogin allem Edlen und Erhabenen!“
3.„Der Graf von Habsburg“. Gedicht von Friedrich von Schiller. Vortrag des Oktavaners Karl Schrötlen. 4. I. Klavierkonzert von Mendelssohn-Bartholdy. III. Satz. Mit Orchester. Klavier: Quartaner EZgon Kornaulh. 5. Dialog aus Schillers„Wallensteins Tod“. Wallenstein: Septimaner Theodon Fleischer. Max Piccolomini: Septimaner Erich Braune.
II. Abteilung.. 1.„Das Lied von der Glocke“. Für Soli, gemischten Chor und Orchester von Andreas
Romberg. 1
„Der Meister: Herr stud. jur. Karl Opala. Sopran: Frau Stadtrat Emilie Heeg. Alt: Fräulein Zrene Kullil. Tenor: Herr Vein, ich Brandl. Bass: Septimaner Veinrich Knizalek. 2.„Die Teilung der Erde“. Gedicht von Friedrich von Schiller. Vortrag des Sekun- daners Paul Ziſſern. 3.„Punschlied“. Gedicht von Friedrich von Schiller. Männerchor mit Klavier- begleitung von Franz Schubert.
Diese Feier, welche im kgl. städtischen Theater vor dem mit Einschluß des Orchesterraumes vollständig ausverkauften Hause stattfand, erhob sich trotz streng- ster Wahrung des schulgemäßen Charakters weit über den Rahmen einer Schulfeier und erhielt insbesondere infolge der Anwesenheit der Vertreter der hervorragendsten Kreise


