Aufsatz 
Das deutsche Gymnasium in Olmütz. Geschichtlicher Rückblick : 3. Fortsetzung.
(1631-1650.)
Entstehung
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Zwar prophezeiten deren Gegner ihnen schwere Zeiten, indem sie behaupteten, daß die Räte des Kaisers ihnen feindlich gesinnt seien; man streute aus, daß endlich die Stunde gekommen sei, wo die Jesuiten vom Kaiserhofe ausgeschlossen seien, vom neuen Kaiser seien ihre Schliche aufgedeckt. Und als irgend einer einen feindseligen An- schlag auf den Kaiser, als dieser nach Prag reiste, unternahm, wurde behauptet, dieser Bösewicht sei von den Jesuiten gedungen. Der Kaiser zerstreute jedoch alsbald diese Behauptungen und Gerüchte, indem er seinen den jesuiten geneigten Sinn öffentlich durch einen Besuch im Prager Kollegium darlegte.

Ein Jahr vorher(19. September 1636) starb im 66. Lebensjahre der Bischof von Olmütz, sowie Statthalter von Mähren, Kardinal Dietrichstein. Dem Verstorbenen zu Ehren veranstaltete die lateinische Sodalität eine großartige Leichenfeier. In der Kirche des Kollegiums war ein Riesenkatafalk errichtet, die Wände zierten Gedenkschriften und Embleme. Die Totenmesse sang der Weihbischof. Dieser folgte eine Gedenkrede, welche vom Kanzler und Vorstand der Sodalität Ludwig Krasius gehalten wurde, in welcher die Verdienste des Ver- storbenen so sehr hervorgehoben wurden, daß dadurch die Größe des Verlustes angedeutet war und dem Nachfolger es schwer werden dürfte, ihn zu ersetzen. Der Redner rühmte von dem Kardinal, daß er ein Freund des Jesuitenkollegiums gewesen, daß er besonders die Schulen und die Sodalitäten unterstützt; wie freigebig er sich gezeigt, um den Fleiß der Schüler anzuspornen, welch hohe Anteilnahme er an allen Vorgängen der Schulen bewiesen, indem er akademischen Akten beiwohnte und an den Disputationen teilnahm.

Am 16. November 1637 wählte das Domkapitel den Sohn, des Kaisers Ferdinand II., den Erzherzog Leopold Wilhelm zum Bischofe, welcher weiterhin noch die Würde eines Erzbischofs von Magdeburg, Bischofs von Augsburg, Breslau, Passau und Halberstadt, des Hoch- meisters des deutschen Ordens, des Administrators der fürstlichen Stifte Hirschfeld, Murbach und Luders in seiner Person vereinigte und die reichen Einkünfte dieser Pfründen bezog. Seit 1639 stand er an der Spitze des kaiserlichen Heeres und befehligte die kaiserlichen Truppen in der Schlacht bei Breitenfeld(1646); im jahre wurde er auch spanischer Generalgouverneur in den Niederlanden. Erzherzog Leopold trat die ihm übertragene Würde eines Bischofs von Olmütz im Januar 1630 an. Bei dem feierlichen Einzuge in Olmütz kam der kaiserliche Prinz auch an dem jJesuitengebäude vorüber und wurde von dem Kolle- gium, der. Schuljugend ehrfurchtsvoll begrüßt. Am Inthronisationstage (15. Jänner) veranstaltete der neue Bischof, Erzherzog Leopold, allen Kanonikern und Hofwürdenträgern in den Räumen des Jesuitenkolle- giums ein großartiges Frühstück. Als der Erzherzog vormittags in das