Aufsatz 
Das deutsche Gymnasium in Olmütz. Geschichtlicher Rückblick : 3. Fortsetzung.
(1631-1650.)
Entstehung
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In Begleitung des Krieges und wohl auch infolge der klimati- schen örtlichen Verhältnisse hat die Pest abermals während der Schwedenzeit Olmütz heimgesucht und Schrecken und großes Sterben hervorgerufen. Es war wiederholt von diesem entsetzlichen Gaste der Stadt die Rede, welcher verheerend die Straßen durchzog, und durch fast 2 Jahrhunderte ertönen dieselben Klagen. Die sumpfigen Niede- rungen der March, in welchen jedes Steigen des Wassers Überschwem- mungen zur Folge hatte, und die zahlreichen und sehr großen Teiche in nächster Nähe der Stadt erzeugten Miasmen und fast alljährlich Fieber. In den Monaten Juni bis August 1642 herrschte eine unge- mein große Hitze und in Folge dessen Wassermangel und das Wasser im Inundationsgebiet, welches einen furchtbaren Geruch verbreitete, war selbst für das Vieh ungenießbar. Es verendeten deshalb Hunderte der von den Schweden in die Stadt gebrachten Rinder und Pferde, deren Leichen unbeerdigt zu einem Hlügel aufgeschüttet unfern von dem jesuitenkloster lagen bis zum Jahre 1651. Die dadurch hervorge- rufene Seuche wütete nun in gleicher Weise in den Reihen der schwe- dischen Besatzung wie in der einheimischen Bevölkerung.

Doch dem Auftreten der Pest in den früheren Jahren sei eingehender gedacht und der Schilderung, wie dieselbe eine Abwehr erhalten sollte, möge ein größerer Raum gewidmet werden, weil diese abseits von den hygienischen und stadtpolizeilichen Maßregeln ihr eigenartiges Gepräge besitzt und auch noch im 18. Jahrhundert bis zur Errichtung der Marianischen-Säule auf dem Niederring immer wiederholt wurde. Diese Abwehr der Seuche lag in der Verehrung der Pestpatronin der Stadt, der heil. Paulina. Zur heil. Paulina wurden Gebete gerichtet damals und in der Folgezeit, daß sie die Not der Seuche von der Stadt abwende; ihr zu Ehren wurden Prozessionen veranstaltet. Aus dem Jahre 1633 stammt eine Darstellung der Verehrung der Heiligen, welche die Bedeutung dieses Kultus veranschaulichen mõge. Bei der Prozession anläßlich der Pestseuche zu Ehren der heil. Paulina nahm die Schuljugend teil. Es war die Schar so groß, daß auch die Räume der jesuitenakademie geöffnet werden mußten. Zu den frommen Ge- beten der übrigen Menge kam der Eifer der lateinischen Sodalität maior, welche am Vortage dieses Festes(6. Juni) mit den verschiede- nen Marterwerkzeugen an der Spitze einer Prozession schritten. Am folgenden Tage nehmen alle parthenischen Sodalen, sowie die Jugend aus allen Schulen und eine ungeheure Volksmenge an einer Festver- sammlung teil. Als Anfangs November desselben Jahres in 18 Woh- nungen die unzweifelhaften Spuren des neuerlichen Auftretens der Seuche entdeckt wurden und es klar war, daß die Pest wieder in der Stadt sei, glaubte die ganze Gemeinde sich wieder mit ihren Bitten an die heilige Paulina wenden zu müssen. Nach 3 tägigem Fasten wurden(23.