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Nachdem schon August 1642 die Zöglinge aller Schulen mit geringen Ausnahmen sich in alle Winde zerstreut und die Schulräume seit diesen Tagen vereinsamt gewesen, zogen am 2. August 1644 auch die geistlichen Väter zu den Toren der Stadt hinaus, in anderen Klöstern Unterkunft suchend und ruhigere Zeiten abwartend. Zur Auf- sicht blieben in jedem Kloster ein oder zwei Mönche zurück; von den Jesuiten P. Georgius und P. Palinga. Das jesuitenkollegium wurde von den schwedischen Kriegsleuten besetzt, die mit ihren Weibern und dem Trosse darin argen Unfug trieben, sodaß der stattliche Bau den größ- ten Schaden erlitt. Die kostbare Bibliothek des Kollegiums wurde damals weg geschleppt, auch litt das Archiv arge Verluste; man wollte es zwar in der Eile in Sicherheit bringen, doch gingen hiebei zahlreiche und wichtige Dokumente, darunter die Originalien der Konviktsstift- briefe,“) für immer verloren. UÜber die Art, wie die kostbare Jesuiten- Bibliothek in die Hände der Schweden fiel, erzählt P. Paulinus in folgender Weise:„Die Jesuiten waren, wie wir wissen, längst ausge- wandert; zur Bewachung der Bibliothek war P. Pelinga zurückgelassen worden. Paikul(dem Schwedenkommandant) schien es auffallend, daß dieser Jesuit in der Stadt zurückblieb, und fragte ihn eines Tages, warum er denn in dem Elend verweile, da doch die Mauritzkirche— an welcher P. Georg Pelinga früher Prediger gewesen— den Schwe- den zum Gottesdienste eingeräumt sei. P. Georg antwortet mit übel angebrachtem Freimute:„Der Bibliothek wegen; denn wenn wir auch alles verlieren und nur die Bibliothek behalten, so behalten wir einen großen Schatz“. Diese voreilige Antwort erregte Paikuls Aufmerksam- keit und in den nächsten Tagen erschienen höhere Offiziere zur Be- sichtigung der kostbaren Büchersammlung. Nun merkte P. Ceorg, daß er unbedacht gehandelt habe, und schaffte in aller Eile einige der kostbarsten Bücher bei Seite. Was in den Büchersälen stehen blieb, wurde nach einigen Wochen durch eine eigens zu diesem Zwecke nach Olmütz entsendete Kommission, welche nur wertlose Drucke übrig ließ, konsigniert und zur Versendung nach Schweden herge- richtet. Mehr als 100 mit Büchern beladene Wagen— die Bibliotheken der Dominikaner, Bernhardiner, Kapuziner und Augustinerchorherrn wurden ebenso geplündert— wurden auf diese Weise aus Olmütz weggeschleppt. Nach der Chronik des Valentin Ecker ist der Trans- port am 6. Jänner 1647 abgegangen. Wie P. Paulinus später erfuhr, ging ein großer Teil des Bücherschatzes durch einen Schiffbruch bei der UÜberfahrt zu Grunde. P. Pelinga wurde, nachdem man ihm seinen Schatz abgenommen, von Paikul gleichfalls aus der Stadt entfernt.“**)
*) Wallner, das Konvikt in Olmütz. **) Fischer Geschichte von Olmütz 2. Teil Seite 61.


