Aufsatz 
Das deutsche Gymnasium in Olmütz. Geschichtlicher Rückblick : 3. Fortsetzung.
(1631-1650.)
Entstehung
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Umgebung von Olmütz stattfanden, die Schweden in der Regel als Besiegte zurückkehrten und sie von Tag zu Tag Argeres fürchten mußten, so zerstörten sie die Vorstädte, welche größer als die Stadt Waren, ferner sehr viele Dörfer und Städte in einem Umkreis von 2 Meilen durch Feuer. Am 4. juli wurde der jesuitengarten mit den Baulichkeiten zerstört und verwüstet. Am 15. juli brannte die in der Nähe der Stadt gelegene Kirche der Kapuziner ab und 2 Tage darauf das Kloster der Prämonstratenser, welches vorher ganz geplündert worden. Auch Sternberg und Tobitschau wurden verbrannt. Sodann wurde der Praepositus sacri ordinis Cannonicorum regularium Alex Ginnanus de Pisaurozo als Gefangener nach Olmütz gebracht.

Als die Schweden auch vor den einheimischen Bewohnern sich nicht sicher fühlten, ließ man am 6. August alle Studierenden zusammen- kommen, von denen alle, welche das 16. Lebensjahr überschritten hatten, die Stadt verlassen mußten. Der Rektor des Kollegiums setzte aber durch, daß den Konviktoren und einigen Musikern aus dem Seminar erlaubt wurde, in Olmütz verbleiben zu dürfen. Nach 2 Tagen wurde das Kollegium auf das genaueste untersucht, weil der Kommandant Wanke vernommen hatte, daß 500 Geschosse im Klostergebäude verborgen seien und sehr viele Menschen, welche bewaffnet werden sollten. Nachdem alles durchforscht war und nichts von dem, was man suchte, gefunden worden, wurden diejenigen, welche das Haus durchsucht hatten, von den Jesuiten auf das freundlichste bewirtet, so daß diese wohlgesinnt von dem Köollegium schieden. Trotzdem erlitt dasselbe eine empfind- liche Schädigung, indem die Schweden sich der Mauritzkirche, wo nach altem Brauche die jesuiten predigten, bemächtigten und lutherischen Gottesdienst einrichteten. Überdies schickte kurze Zeit nachher der Kommandant Wanke eine Schar Bewaffneter in das Kollegium, um die Auszahlung der geforderten Brandsteuer, welche sehr groß war und die er dem Klerus auferlegt und noch nicht erhalten hatte, zu erzwingen. Der Rektor verwahrte sich dagegen, daß man bei der Einforderung mit dem jesuitenkollegium beginne.

Unter Kapitulationspunkten war als Fiauptpunkt festgesetzt:Die Ausübung der katholischen Religion dürfe in keiner Art gestört werden; auch sollten die Priester und Nonnen, alle Kirchen und Klöster, das Konvikt, Jesuitenkollegium, die Universität, die bischöflichen Diener und Offizialen samt ihren zugehörigen Gütern von allen Beschwerd- lichkeiten und Belästigungen befreit bleiben. Zu dem bezog die Be- satzung des Klosters nach Bestimmung des Kommandanten wöchent- lich eine Art Löhnung.*)

*) Dr. B. Dudik: Schicksale der katholischen Religion und ihrer Bekenner in

der königl. Grenzfestung Olmütz während der schwedischen Fierrschaft vom jahre 1642 1050, inOsterreichische Blätter für Literatur und Kunst 1846.