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Feind abermals durch einen höheren Offizier, eines Katholiken, auf Übergabe. Doch wurden sehr günstige Bedingungen für die Stadt vorgeschlagen. In der Stadt aber hatte man beschlossen zu kämpfen und einem so unbedeutenden Feind nicht im geringsten nachzugeben. Es wurden Leute gesammelt, und mit Waffen versehen, alles was tauglich war, auch studiosi. Nichtsdestoweniger bat man nun eine 3tägige Frist, um über die Entscheidung zu beraten; in der Tat aber deshalb, um zu erfahren, welche Hoffnung für die Rettung der Stadt von den Fernamontianern und Bucheimianern, welche nicht weit weg waren, zu erwarten sei. Es wurde diese Frist auch zugestanden.
14. Juni. Als Torstenson ungeduldig alle seine Kräfte anstrengte und mit noch mehr Feuerschlünden gegen die Stadt wütete, durch welche, sehr viele Häuser beim Blasiustore, an dessen Stelle später das Katharinentor stand, abbrannten, und da man von einer Hilfe nichts vernahm, so wurden Gesandte abgeschickt, welche 12 Ubergabsbe- dingungen dem Schwedenkommandanten anbieten sollten, die er alle annahm, nur sollten keine Lebensmittel und von den Geschützen nur 3 weggeschafft werden.
Nachdem er hierauf alle Truppen vor dem Brünner- und Littauertor hatte aufmarschieren lassen, besetzte er das Blasiustor und gab dem Jesuiten-Kollegium und den Klöstern der. Sicherheit wegen militärische Posten. Den Soldaten aber gab er Celegenheit, die Vorstädte zu plündern. Am folgenden Dreifaltigkeitssonntage verließen 700 Mann Fußsoldaten von der Besatzung mit ihren Kommandanten die Stadt- und mit ihnen drei Priester von den jesuiten.
Diese Fußsoldaten mußten, als sie die Stadt verließen, vor der schwedischen Reiterei, welche vor dem Tore in Reih und Olied auf- gestellt war, marschieren. Gefragt, ob sie ihren Kriegsdienst vertau- schen wollten, giengen alle sofort zu den Schweden über bis auf 30, welche der Kommandant mit einem Geschütz fortführte. Der schwe- dische Oberst Wittenberg rückte in die Stadt ein; ein milder Mann; durch dessen Gunst wurde der Rektor aus Neiße von der Gefangen- schaft am selben Tage befreit und gestattet, daß mit ihm 7 von dem Olmützer Kollegium nach Polen abziehen durften. Aber bald trat an die Stelle Wittenberg Oberst Jakob Wanke, ebenfalls menschenfreund- und milde. In diesen Tugenden übertraf beide der Oberstleutnant Johann Kopy, ein Katholik. Und besonders war dem Kollegium das Wohlwollen dieser Offiziere zu Nutzen. Da beide, aber namentlich Kopius durch die Leutseligkeit des Rektors Schönberger zur Milde gestimmt, mit ihm freundschaftlich verkehrten, so erwiesen sie sich seinen Bitten zugänglich. Die Schulen wurden wieder am 25. Juni eröffnet und zwar mit einer nicht sehr kleinen Schülerzahl.— Da aber von den Plänkeleien, welche in den folgenden Monaten in der


