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sie Sachsen seien. Beide kehrten aber sofort nach Olmütz zurück und meldeten dem Rektor und dieser dem Festungskommandanten, daß nach bestimmten Anzeichen der Feind bereits da sei. Wenn diese Meldung nicht eingetroffen-wäre, so hätte sich der Feind in derselben Nacht der Stadt bemächtigt. Inzwischen hatten die ausgeschickten Reiter einen von den Feinden gefangen genommen, welcher aussagte, es sei Torstenson mit 2000 Fußgängern, Reiterei und 15 Geschützen. Der Rektor, welcher die schwedischen Truppen von der Stadt öfter beobachtet hatte, versicherte hierauf bestimmt, daß nicht mehr als 6000 Schweden vor Olmütz gestanden seien, eine Zahl, welche zur Froberung einer so ausgedehnten und gut befestigten Stadt überhaupt nicht gewachsen zu sein schien. Es waren daher alle, Mann für Mann zu den Waffen gerufen und einem jeden war sein Platz angewiesen; die Wertgegenstände wurden gesammelt und diese auf Wagen gela- den, welche am folgenden Tage abfahren sollten. Das überflüssige Volk sollte mit den Wagen mitgehen. Außerdem waren 300 Cappaunia- nische Reiter und eine zahlreiche Schar von bewaffneten Bürgern dem Transport zugeteilt, sowie Dienerschaft und Studenten. Kaum war aber der Transport über die Stadt hinaus, als 600 schwedische Reiter heranstürmten. Diese hätte der Transportkommandant leicht zu- rückweisen können, wenn er beherzt und wenn Ordnung gewesen wäre. Aber die Cappaunianischen Reiter ergriffen gleich die Flucht; die Fußgänger liefen ohne Ordnung auseinander, als sie sich von den Reitern verlassen sahen und legten die Waffen ab. So kamen nicht nur alle 400 Wagen, sondern auch alle Leute, Soldaten, Besitzer der Wagen, Geistliche, Bürger, Studenten, Frauen, unter diesen die Gemahlin des Festungskommandanten und einige andere angesehene Frauen, in die Gewalt der Feinde. Die Wagen wurden in den benach- barten Ort Powel gebracht und dort von den Schweden geplündert. Zur selben Zeit zog die schwedische Kriegsmacht an die Westseite der Stadt in die Nähe des Galgenberges. Von der Stadt aus wurde sie mit Geschützen begrüßt, in Folge der Entfernung aber ohne Erfolg. Hlierauf rückten die Schweden allmählich an die Stadt heran und lagerten sich sogleich ohne Hindernis in den Vorstädten. Die patres Kapuziner, deren Kloster damals außerhalb der Mauern war, hißten die weiße Fahne und baten um Schonung und erlangten eine Wache, da dort Torstenson sein Quartier aufgeschlagen hatte. Er schickte vor Abend einen Trompeter vor die Stadt mit der Aufforderung, daß der Kommandant die Ubergabe der Stadt nicht verzögere, da keine Hilfe zu hoffen sei und er selbst den ganzen Transport in seiner Gewalt habe. In der Stadt schwankte man schôn, aber doch gab man die Hoffnung nicht auf. Am folgenden Tage begann von neuem die Be- schießung, aber ohne Schaden für die Schweden. Hierauf drang der


