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nach NMähren vorgerückt und näherte sich der Hauptstadt. Als böses Omen des kommenden Unglückes wurde im jesuitenkloster ein kleines Ereignis gedeutet, welches aber die durch die unruhige Zeit aufge- regten Gemüter noch mehr beängstigte. Ein ungeheuerer Schwarm von Ameisen ist plötzlich erschienen und durchzog die Räume des Klosters.
Der Rektor des Kollegiums Georg Schönberger berichtet in seinem Tagebuche über die UÜbergabe der Stadt und das Schicksal des Kollegiums.*) Obgleich der unglückliche Kampf bei Schweidnitz sofort die Furcht von einem weiteren Einfalle der Schweden verbrei- tete, so glaubte doch niemand, daß diese von Niederschlesien in Mähren so schnell einfallen werden. Nichtsdestoweniger schien es geraten, als Flüchtlinge des Ordens von Neiße am 1. Juni ankamen, daß wenigstens die Schuljugend der Gefahr entzogen werde; des- halb wurde sie aus dem Kollegium entlassen und beauftragt, sich ein anderes Heim zu suchen. Mit der Schuljugend verließen auch die Patres bis auf 20, welche in der Station ausharrten, Olmütz. Am Pfingst- sonntag(28. Juni) erblickte man gegen Abend Schweden von den Dolleiner Bergen in einer Entfernung von 1 Meile herabsteigen. Aber man glaubte nicht, daß es Schweden seien, sondern hielt sie für kaiser- liche Truppen, welche nach der Niederlage von Schweidnitz Fernamont gesammelt und versprochen hatte, sie an diesem oder folgenden Tage nach Olmütz zu führen. Der Rektor Schönberger schickte, um Ge- wisseres zu erfahren, zwei von den Scholastici zu dem Hradischer Gute des Kollegiums, welche von außen die militärischen Bewegungen beobachten sollten. Kaum hatten jene die Stadt verlassen, als sie auf einen Reiter stießen, welcher das Vertrauen derselben sich durch die Zusicherung, daß er Katholik sei, erwarb. Unter freundlichen Gesprä- chen, hielt er sie hin bis vor Chwalkowitz(1 Stunde von Olmütz), bis man die schwedischen Truppen erblickte, von denen er vorgab, daß
*) Außer den schwedischen Geschichtsquellen, die im königl. Reichsarchive in Stockholm und im gräfl. Wrangel'schen Schlosse Skokloster am Mälarsee sich befinden, sind bemerkenswert die Schriften der Lokalchronisten und zwar die Chronik des Pater Dr. Paulinus Zaczkowic, Minoritenquardian des St. Jakobsklosters in Olmütz; das schon erwähnte Diarium des Jesuitenrektors P. Georg Schönberger. Bearbeitungen dieses Zeitraumes oder Zeitfragen behandeln unter andern:
Dr. Beda Dudik, Schweden in Böhmen und Mähren 1640— 1650.
Dr. Loserth. Zur Geschichte der Stadt Olmütz in der Zeit der schwedischen Okkupation— Zeitschrift des deutschen Vereines für Geschichte Mährens und Schlesiens 1898.
Dr. Berth. Bretholz. Neue Aktenstücke zur Geschichte der Schwedenokkupa- tion— Zeitschrift des deutschen Vereines für Mähren und Schlesien 19001.
Wegen der bezeichnenden Darstellungsweise sei ein Auszug aus dem Diarium des Jesuitenpater Schönberger, dessen Bericht nicht viel von den anderen zeit- gemässischen Chronisten abweicht, eingefügt.


