Aufsatz 
Das deutsche Gymnasium in Olmütz. Geschichtlicher Rückblick : 3. Fortsetzung.
(1631-1650.)
Entstehung
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Klosters und der Schule zu dringen vermochte; denn dort erging man sich nach den Anordnungen des Provinzials Kirchner in akademischen Redeübungen, in kritischer Beurteilung der Reden, in der Erkenntnis, welche Gewalt der Beherrschung des Wortes innewohnt. Ebenso wurde die vokale wie instrumentale Musik durch die Anregung desselben Provinzials eifrigst gepflegt.

Der lutherische Feind, welcher in dem Schwedenkönig QGustav Adolf die heroische Verkörperung gefunden hat, und die durch ihn für Deutschland geschaffene Schwedennot, die in dem katholischen Deutschland den energischesten Widerstand erhalten hat, wurde nicht allein von den Heeren der kaiserlichen Feldherrn und der Liga auf auf den Schlachtfeldern bekämpft, auch seine besonderen Gegner, die Jesuiten, schmiedeten ihre Waffen, den größten Feind des Katho- lizismus zu besiegen. So wurde vor allem andern die Hilfe Gottes angerufen, und in dem Gebete fand man den nötigen Schutz gegen die Häretiker; daher sollte die Frömmigkeit auch bei den Schülern inniger werden; dieselben wurden noch mehr zum Beten angehalten. Auch die Buß- und Sühnübungen fanden außer den bisher üblichen asketischen Gebräuchen noch andere groteske Formen. Ein jesuiten- zögling Balvinus erzählt aus seinem Leben, daß er von seinem Lehrer Nikolaus zur großen Demütigung seiner Person bei Gelegenheit der Restaurierung des Gebäudes unter den Maurern, welche die Wände zu weißen hatten, mit dem Pinsel die Wand zu streichen vor den Augen aller Akademiker genötigt wurde(1636). Einen nicht minder merkwürdigen Anblick boten die Schüler der mittleren Grammatikal- klassen, als sie am Vortage des heiligen Stanislaus bei UÜberwindung jeder Scheu in Gegenwart der übrigen Zöglinge der Jesuiten den ganzen Platz vor dem Gebäude mit Besen kehrten. Bei dieser wun- derlichen Handlung folgten die Schüler nur dem Beispiele der Scho- lastiker, unter die sich auch einige Priester gemengt hatten, welche jene durch zurufende Worte ermunterten. So wurde der Platz vor den Augen herumstehender Bürger und Studenten zweimal gereinigt(1635).

Der das Land bedrohende Feind, in welchem die Katholiken auch den größten Gegner ihrer Religion sahen, hat auch in den Olmützer Jesuitenklosterräumen das lebhafte Gefühl der Abwehr erregt und den Mut der Verteidigung des Glaubens erweckt. Das Beispiel der Prager Akademiker nachahmend traten, als an der Grenze Mährens die Schwe- den erschienen, 40 Studierende der jesuitenakademie in Olmütz in Kriegsdienste(1630).

Das Schicksal des Kollegiums und der Schulen der jesuiten in Olmütz hat durch die Besitzergreifung der Stadt durch die Schweden einen gewaltigen Umschwung erhalten und wurde auf mehrere Jahre hinaus bestimmt(1642). Der schwedische General Torstenson war