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von der eigentlichen Kriegsfurie verschont; wohl lasteten die Militär- forderungen und der UÜbermut der Soldateska schwer auf Stadt und
Land. Den Höhepunkt erreichte die Not in Olmütz im Jahre 1624. Die
Quartierlasten, von denen nur die Geistlichkeit ausgenommen war, konnten von der Bürgerschaft nicht mehr aufgebracht werden. Schreiben über Schreiben richtete der Stadtrat um Abhilfe an den Kardinal Dietrichstein, welcher auch Statthalter Mährens gewesen ist.— Alles vergeblich. So bittet er am 27. August desselben Jahres,„die arme betrübte und ganz ausgemarkte Olmützer Gemeinde zu schonen—“ die flehentlichen Bitten blieben unerhört, die Bürgerschaft wurde mehr als je bedrückt*). Im Jahre 1625 richtete der Olmützer Magistrat an das Olmützer Jesuiten-Kollegium ein flehentliches Gesuch“*), diese möge sich durch den kaiserlichen Beichtvater, den jesuiten Wilhelm Lamormain bei dem Kaiser verwenden, damit die Bürger von den kontinuierlichen Auflagen und Kriegsbeschwerden befreit würden.
Die Studien nahmen ihren Fortgang, trotz der Kriegsgefahr wurden die Schulen der Jesuiten in Olmütz, das Gymnasium, die Seminarien, das Konvikt und die Akademie nicht geschlossen. Ja die Schülerzahl, besonders der untern 6 Klassen des Gymnasiums war so gewachsen, daß die Räume nicht ausreichten. Auch wurde von den Schülern der Grammatikalklassen eine neue Sodalität der Par- thenier gegründet mit dem Titel:„Virginis Trimulae in templo prae- sentate“ und mit dem Zwecke neben der Verehrung Mariä die Kennt- nis des Katechismus zu fördern(1635). Selbst der feierliche Schulbe- ginn und Schluß jedes Jahres fand mit der üblichen Prämienverteilung statt. Im Jahre 1639 hat der neue Bischof von Olmütz, Erzherzog Leopold, den Humanitätsklassen für ihren großen Lerneifer und ihre wissenschaftlichen Erfolge glänzende Belohnungen zuerkannt; zu dem- selben Zwecke zeichnete sich der damalige Statthalter von Mähren Graf Jul. Salm durch seine Großmut aus. Auch unterließ man in dieser schweren Zeit nicht die Aufführung von theatralischen Aufführungen,
weder die während des Schuljahres üblichen, noch die anläßlich
besonderer Festlichkeiten. Ebenso fanden an der Akademie die Promo- tionen und die Erteilung der akademischen Grade unter dem üblichen Zeremoniell und auch mit, dem Aufwand besonderen Pompes statt. So wird von Olmütz ausdrücklich erwähnt, daß während in Prag an der Karolina seit 8 Jahren(1634) wegen des römischen Interdiktes öffentliche Disputationen und Promotionen untersagt waren, diese in Olmütz frei und in glänzender Weise durchgeführt wurden. Schier scheint es, daß der Kriegslärm nicht in die stillen Räume des
*) Müller— Geschichte der Stadt Olmütz, p. 159. **) Blumenzweig— vom alten Kommandanten des kais. Kriegspostenkom- mando Olmütz 1642—1742.


