Aufsatz 
Das deutsche Gymnasium in Olmütz. Geschichtlicher Rückblick : 3. Fortsetzung.
(1631-1650.)
Entstehung
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die wenigen, zum Teile aus der Fremde oder Klöstern herbeigezogenen

Geistlichen reichten kaum aus, die ihnen anvertrauten vielen Kuratien

auf das notdürftigste zu versehen und dem Volke nur etwas vom

Katechismus beizubringen. Schulen bestanden nicht oder im elendsten

Zustande. Auch in den Gymnasien, welche sich fast ausschließlich in

den Händen der Jesuiten und Piaristen befanden, beschränkte man sich, ohne alle Pflege der einheimischen Sprachen und Literatur, der Geschichte und Naturwissenschaften, auf Religion, Latein und etwas

Mathematik, auf der Olmützer Jesuiten-Universität aber auf ein wenig

fruchtbares theologisches und philosophisches Stüdium in verküm- merter, scholastischer Form. Die wenigen Arzte des Landes mußten

ihre Bildung auswärts suchen; die ärztliche Hilfe lag größtenteils in

den Händen unwissender Bader. Es wird erklärlich, daß unter solchen

Verhältnissen und bei einer ausschließend vom Klerus gehandhabten

Bücher-Zensur die Wissenschaften nicht blühen konnten, das Land von

der Reformation bis gegen Ende des 17. Jahrhunderts nur eine kleine

Buchdruckerei aufzuweisen hatte, daß nicht die tschechische Sprache

nur, sondern auch die mit lateinischen Worten und Floskeln arg

gemengte deutsche Sprache gänzlich vernachlässigt wurde und wie

man noch in der Mitte des 18. Jahrhunderts klagte, selbst Studenten

des Gymnasiums nicht einen deutschen Brief schreiben konnten.

Der Adel huldigte, seitdem Ludwig XIV. blendenden Glanz über Europa verbreitete, der französischen Sprache und Literatur, Sitten und Mode, vergnügte sich an Reisen, Pferden, Jagd, Fischerei, Oärten, Bauten, worin auch die Klöster Bemerkenswertes leisteten, und wie die Städter an den Schuldramen und Staatsaktionen der wandernden Komöcdianten, seinerseits an Scherz und Fastnachtsspielen, Maskeraden und Bauernhochzeiten. Das Volk war aber völlig ungebildet, roh, verwildert, zu Raufhändeln geneigt, daß wiederholt seine Entwaffnung angeordnet wurde, vom finstern Aberglauben so erfüllt, daß zahlreiche Opfer dem Hexen- und Zauberwahne fielen, von zahlreichen Bettlern, Landstörzern, Zigeunern und Räubern unablässig belästigt, bestohlen, beraubt.

Das Schicksal der von den jesuiten geleiteten Seminarien und Gymnasien während der Kriegsunruhen war dasselbe wie das der Kollegien und wie ein Kollegium durch die feindlichen Einfälle sich auflöste, so vereinsamte auch das Gymnasium dieses Kollegiums; erst die neuerliehe Berufung der jesuiten und die Wiedereinsetzung derselben in ihre Güter hatte auch die Wiedereröffnung der Gymna- sien, Konvikte und in Olmütz auch der Akademie zur Folge.(Pro- gramm 1904).,

Nach der Niederwerfung der böhmischen Rebellion bis zur Schwedeninvasion blieb das Land Mähren und sohin auch Olmütz