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die wenigen, zum Teile aus der Fremde oder Klöstern herbeigezogenen
Geistlichen reichten kaum aus, die ihnen anvertrauten vielen Kuratien
auf das notdürftigste zu versehen und dem Volke nur etwas vom
Katechismus beizubringen. Schulen bestanden nicht oder im elendsten
Zustande. Auch in den Gymnasien, welche sich fast ausschließlich in
den Händen der Jesuiten und Piaristen befanden, beschränkte man sich, ohne alle Pflege der einheimischen Sprachen und Literatur, der Geschichte und Naturwissenschaften, auf Religion, Latein und etwas
Mathematik, auf der Olmützer Jesuiten-Universität aber auf ein wenig
fruchtbares theologisches und philosophisches Stüdium in verküm- merter, scholastischer Form. Die wenigen Arzte des Landes mußten
ihre Bildung auswärts suchen; die ärztliche Hilfe lag größtenteils in
den Händen unwissender Bader. Es wird erklärlich, daß unter solchen
Verhältnissen und bei einer ausschließend vom Klerus gehandhabten
Bücher-Zensur die Wissenschaften nicht blühen konnten, das Land von
der Reformation bis gegen Ende des 17. Jahrhunderts nur eine kleine
Buchdruckerei aufzuweisen hatte, daß nicht die tschechische Sprache
nur, sondern auch die mit lateinischen Worten und Floskeln arg
gemengte deutsche Sprache gänzlich vernachlässigt wurde und wie
man noch in der Mitte des 18. Jahrhunderts klagte, selbst Studenten
des Gymnasiums nicht einen deutschen Brief schreiben konnten.
Der Adel huldigte, seitdem Ludwig XIV. blendenden Glanz über Europa verbreitete, der französischen Sprache und Literatur, Sitten und Mode, vergnügte sich an Reisen, Pferden, Jagd, Fischerei, Oärten, Bauten, worin auch die Klöster Bemerkenswertes leisteten, und wie die Städter an den Schuldramen und Staatsaktionen der wandernden Komöcdianten, seinerseits an Scherz und Fastnachtsspielen, Maskeraden und Bauernhochzeiten.— Das Volk war aber völlig ungebildet, roh, verwildert, zu Raufhändeln geneigt, daß wiederholt seine Entwaffnung angeordnet wurde, vom finstern Aberglauben so erfüllt, daß zahlreiche Opfer dem Hexen- und Zauberwahne fielen, von zahlreichen Bettlern, Landstörzern, Zigeunern und Räubern unablässig belästigt, bestohlen, beraubt“.
Das Schicksal der von den jesuiten geleiteten Seminarien und Gymnasien während der Kriegsunruhen war dasselbe wie das der Kollegien und wie ein Kollegium durch die feindlichen Einfälle sich auflöste, so vereinsamte auch das Gymnasium dieses Kollegiums; erst die neuerliehe Berufung der jesuiten und die Wiedereinsetzung derselben in ihre Güter hatte auch die Wiedereröffnung der Gymna- sien, Konvikte und in Olmütz auch der Akademie zur Folge.(Pro- gramm 1904).,
Nach der Niederwerfung der böhmischen Rebellion bis zur Schwedeninvasion blieb das Land Mähren und sohin auch Olmütz


