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in denen geſagt iſt„dein Glaube hat dir geholfen“, denn ich ſuche nach Stellen, in denen es heißt, daß der Glaube das rechtfertigende Urteil Gottes nach ſich zieht. Ich habe ſie nur erwähnt, weil bibliſche Theologen ſie anzuziehen pflegen. Es iſt ja nicht zu leugnen, daß ſie mittelbar für die rechtfertigende Kraft des Glaubens ſprechen, ſofern kein Ungerechter der 3nPla, des Heils in Chriſtus, teilhaftig werden ſoll, und ſofern ſie eine Wertſchätzung der Werke im Sinn der Juden ausſchließen.
Wie entſchieden der Herr die Demut als Grundſtimmung des Chriſten forderte, zeigt ganz beſonders ſein Ausſpruch Lk. 17, 10:„Wenn ihr alles gethan habt, was euch befohlen iſt, ſo ſprechet:«Wir ſind unnütze Knechte, wir haben gethan, was wir zu thun ſchuldig waren.*“ Sittlicher Hochmut wäre danach nur begreiflich, wenn jemand mehr leiſtete, als alle göttlichen Gebote zuſammen(nicht etwa nur eine Auswahl derſelben, wie ſie die Katholiken durch die Unterſcheidung der mandata oder praecepta und der consilia evangelica getroffen haben) von ihm forderten. Wer aber vermöchte dies? Dieſes Wort iſt ein Beleg für das Recht der Frage des Paulus Röm. 3, 27:„Wo bleibt nun das Rühmen?“ und für alle Ausſprüche, in denen er den jüdiſchen Gerechtigkeitsdünkel bekämpft hat.
übrigens beſtätigt der Herr auch darin die Richtigkeit der vorhin feſtgeſtellten An⸗ ſchauung des Paulus, daß er die Möglichkeit aktiver Gerechtigkeit ausſpricht. Wer das leugnen wollte, müßte viele Ausſprüche des Herrn beiſeite laſſen oder gewaltſam drehen und wenden, damit er das Wort„Gerechtigkeit“, wo es ihm auch in den Reden des Heilandes begegnen mag, als Gerechtigkeit auffaßte, die ihm um ſeines Glaubens willen angerechnet worden ſei. Der Herr nahm den
Begriff„Gerechtigkeit“, der gleichbedeutend iſt mit„ſittlicher Rechtbeſchaffenheit“ aus dem A. T. herüber (cf. Mt. 21, 32) und geht bei der Entwickelung ſeines Inhaltes von dem Alten Teſtamente aus, denn die Gerechtigkeit, die er den Seinigen zur Erwerbung empfiehlt in dem Worte Mt. 6, 33:„Trachtet am erſten nach dem Reiche Gottes und nach ſeiner Gerechtigkeit“ iſt von ihm ſelbſt auf das Alte Teſtament gegründet worden. Er ſagt in der Bergpredigt ausdrücklich:„Ihr habt gehört, daß zu den Alten geſagt iſt“, und entwickelt, beginnend mit der Erklärung:„Ich aber ſage euch“, von der altteſtamentlichen Satzung aus die Darſtellung der Gerechtigkeit, die bei den Chriſten vorhanden ſein ſoll.
Daß der Heiland die Anleitung zur ſittlichen Rechtbeſchaffenheit, die das Alte Teſtament bietet, hoch ſtellte, beweiſen verſchiedene ſeiner Worte.
Dem reichen Jüngling ſagt er Mt. 19:„Willſt du aber zum Leben eingehen, ſo halte die Gebote“ V. 17, und als dieſer fragte:„Welche?“, antwortete ihm Jeſus V. 18. 19:„Du ſollſt nicht töten, du ſollſt nicht ehebrechen, du ſollſt nicht falſches Zeugnis geben. Ehre Vater und Mutter. Du ſollſt deinen Nächſten lieben als dich ſelbſt.“ Er hält alſo die altteſtamentlichen Gebote für einen Weg zum Leben d. h. zur Herſtellung
An den Schriftgelehrten, dem Jeſus die Geſchichte vom barmherzigen Samariter erzählte, richtet er auf ſeine Frage:„Meiſter, was muß ich thun, daß ich das ewige Leben ererbe?“(Lk. 10, 25), die Gegenfrage:„Wie ſtehet im Geſetz geſchrieben, wie lieſeſt du?“ Und als dieſer das altteſtamentliche Gebot (3 Moſ. 19, 18) citierte:„Du ſollſt Gott, deinen Herrn, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von allen Kräften und von ganzem Gemüte und deinen Nächſten als dich ſelbſt“, da erklärte Jeſus:„Du haſt recht geantwortet, thue das, ſo wirſt du leben.“ Und in der Erzählung vom„reichen Mann und armen Lazarus“ legt Jeſus dem Abraham den Ausſpruch in den Mund:„Sie haben Moſes und die Propheten, laß ſie dieſelbigen hören“ Lk. 16, 29, wodurch deren Wert als Wegweiſer zur Seligkeit
gegenüber den Anſprüchen der höchſten Sittlichkeit in ſich tragen muß, d. h. bibliſch ausgedrückt, wenn
die darauf gegründete Gerechtigkeit vor Gott gelten ſoll. Das, was der Heiland an der . 6*


