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demütigem Vertrauen auf Gottes Gnade vor dem Verſöhnungstod Chriſti aufweiſen konnte, das treffen wir bei dem Zöllner an. Daß Paulus in weiterer Fortbildung der hier von Chriſtus gebotenen Anſchauung das Vertrauen auf Gottes Gnade ſchlechthin in den Glauben an Chriſtus als den ſicherſten Bürgen der Gottesgnade verwandelt, iſt in ſtrengſter Konſequenz geſchehen d. h. er hat zu der hier von Chriſtus vorgetragenen Rechtfertigungslehre die durch die Vollendung des Heilswerkes Chriſti notwendig gewordene Ergänzung nachgebracht.
Für das richtige Verhältnis der Lehre des Paulus zu der des Heilandes ſpricht beſonders der Umſtand, daß der Heiland der einzigen Perſon, deren Gerechterklärung durch Gott er ausſpricht, ge⸗ rade einen Phariſäer, alſo einen Vertreter der Geiſtesrichtung entgegenſtellt, welcher die Werke des Menſchen, beſonders die vom Zeremonialgeſetz vorgeſchriebenen, als Grund der Gerechtig⸗ keit vor Gott gelten, was Paulus im Galater- und Römerbrief aufs entſchiedenſte verwirft, und daß Paulus die Rechtfertigungslehre nicht als eine bloße Theorie darſtellt, ſondern als die Hauptfrage
Das Weſen der Demut des Kindes beſteht doch darin, daß es nichts von ſich hält. Der Chriſt, der, von gleicher Geſinnung erfüllt, doch in das Himmelreich zu gelangen hoffen darf, ſieht ſich dann not⸗
gangenheit, ſondern er ſetzte ihn ſofort wieder in ſeine Stellung als Sohn des Hauſes ein d. h. auf unſer Thema bezogen: die Rechtfertigung durch den Glauben bedeutet mehr, als Sündenvergebung, ſie bedeutet, wie ich früher behauptete, die Anrechnung des demütigen Vertrauens auf Gottes Gnade als wirkliche Gerechtigkeit. Ich verweiſe hier nochmals auf den oben erwähnten Abſchnitt Gal. 3, 15— 29, beſonders V. 23— 27, wo Gerechtigkeit aus dem Glauben und Gotteskindſchaft gleichgeſetzt ſind.
Sollte es befremdlich erſcheinen, daß nicht ſogleich nach Luk. 18, 9— 14 ſolche Stellen der Evan⸗ gelien herbeigezogen wurden, in denen der Heiland einer Perſon ſagt:„dein Glaube hat dir geholfen“ 7 Tiottg 0 s, 3s, ſo iſt darauf hinzuweiſen, daß in den Stellen Mt. 8, 10. 9, 2. 22. 29. 15, 28. Mk. 2, 5. 4, 40. 5, 34. 10, 52. Lk. 5, 20. 7, 9. 8, 25. 48. 17, 19. 18, 42 gioris, „Glaube“, das Vertrauen auf Jeſu Wunderhülfe bedeutet.
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