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als vor ihm ſittlich rechtbeſchaffene anzuſehen. Die Erwähnung der göttlichen Abſicht bei der Hingabe Jeſu in den Tod als Strafe der Sünde, die Menſchen zu rechtfertigen, ſchließt die Vorſtellung eines göttlichen Urteils zu deren Guuſten ein. y abrc„in ihm“ ſetzt der Apoſtel nachdrucksvoll hinzu, um zu zeigen, wie unſre Gerechtigkeit auf Chriſti Opfer beruhe, ſofern wir an deſſen Gültigkeit und Wert glauben. Mit dem Ausdrucke:„damit wir Gottesgerechtigkeit in ihm würden“ will Paulus andeuten, daß dieſelbe das ganze Weſen der Chriſten kennzeichnet.
Eph. 2, 4—9(nur mittelbar zu verwerten).
„Gott aber, der reich iſt an Barmherzigkeit, hat uns um ſeiner großen Liebe willen, mit der er uns liebte V. 5. und da wir in den Sünden tot waren, lebendig gemacht mit Chriſtus— durch Gnade ſeid ihr gerettet worden— V. 6. und hat uns mitauferweckt und mitverſetzt in den Himmel in Chriſto Jeſu, V. 7. damit er in den kommenden Zeitläufen bewieſe den überſchwänglichen Reichthum ſeiner Gnade in Güte gegen uns in Chriſtus Jeſus, V. 8. denn durch die Gnade ſeid ihr gerettet worden mittelſt des Glaubens und zwar nicht aus euch, Gottes Gabe iſt es, V. 9. nicht aus Werken, damit nicht Jemand ſich rühme.“
Der barmherzige Gott hat die Bekenner Jeſu die wichtigen Vorgänge in des Heilandes Leben geiſtig an ſich erfahren laſſen, er hat ſie auferweckt aus ihren Sünden und in die innigſte Gemeinſchaft mit ſich gebracht, deren Chriſtus durch ſeine Erhöhung theilhaftig geworden iſt. Durch Gottes Gnade ſind ſie ge⸗ rettet, er ſpricht ihnen die Seligkeit nicht etwa um ihrer Werke, ſondern um ihres Glaubens willen zu, damit ſich Niemand rühme; ſie iſt ein Geſchenk Gottes. Sofern in unſrer Stelle ſich die verſchiedenen Momente vereinigen, die uns ſeither bei der Beſprechung der Rechtfertigung aus dem Glauben bei Paulus begegnet ſind, ſofern Paulus, wie wir bei der Stelle Röm. 10, 9. 10 ſahen, die Rechtfertigung aus dem Glauben in der 3—rnpis eingeſchloſſen erklärt, ſo faſſe ich die vorliegenden Verſe als eine mittelbare Stütze der pauliniſchen Lehre von der Glaubensgerechtigkeit.
16) Phil. 3, 8. 9.
„Aber ich bin nun der Anſicht, daß alles Schaden ſei wegen des Vorzugs der Erkenntniß Jeſu Chriſti, meines Herrn, wegen deſſen ich in allen Beziehungen geſchädigt wurde, und bin der Anſicht, daß es Unrat ſei, damit ich Chriſtus gewinne V. 9. und in ihm als ein ſolcher erfunden werde, der ich nicht eigene Gerechtigkeit habe, nämlich die aus dem Geſetz, ſondern die durch den Glauben an Chriſtus, die Gerechtigkeit auf Grund des Glaubens.“
„Daß ich erfunden werde als Einer, der Gerechtigkeit hat“ heißt ſoviel, als„daß mich Gott für gerecht erklärt“. Nur Gott kann die Art der vorhandenen Gerechtigkeit feſtſtellen.
Alle Vorzüge, auf die der Apoſtel als Jude ſtolz war, haben für ihn als Chriſten ihren Wert verloren; ſie können ihm ja doch nichts helfen, wenn er ſich beſtrebt, Chriſtum zu gewinnen, ſich den Heiland geiſtig ganz anzueignen. Denn dazu gehört ein gänzlicher Verzicht auf eigene Gerechtigkeit, wie ſie aus dem Geſetzesdienſt abgeleitet wird, und zugleich ein feſter Glaube an die Bedeutung Jeſu Chriſti als des Erlöſers, welcher von Gott zur Gerechtigkeit angerechnet wird.
17) 2 Tim. 4, 7. 8.
„Den ſchönen Kampf habe ich ausgekämpft, den Lauf vollendet, den Glauben bewahrt. V. 8. Hin⸗ fort iſt mir bereit gelegt die Krone der Gerechtigkeit, welche mir der Herr an jenem Tage, der gerechte Richter, geben wird, nicht allein aber mir, ſondern auch allen, die ſeine Erſcheinung liebgewonnen haben.“
Man könnte zweifelhaft ſein, ob die Krone der Gerechtigkeit die der Glaubensgerechtigkeit ſei, oder ob Paulus hier an die von ihm bewieſene Gerechtigkeit d. h. ſittliche Rechtbeſchaffenheit denke. Gegen jene ſpricht nicht etwa der Umſtand, daß Paulus die Verleihung der Krone der Gerechtigkeit erſt in der Zukunft erwartet(cf. Gal. 5, 5), eher der Umſtand, daß er auch von ſeinen Leiſtungen ſpricht, von der Durchführung des Kampfes, der Vollendung des Laufes(cf. 1 Kor. 9, 24) d. h. des Ringens nach der Selig⸗ keit und daß xistis hier als„Treue“ gegen Chriſtus aufgefaßt werden könnte. Doch da die Verleihung der Krone der Gerechtigkeit den Gedanken von Röm. 8, 30 ausſpricht: 05 5 351Ai3y, TOrOS 12


