Aufsatz 
Die Lehre von der Rechtfertigung aus dem Glauben nach dem Neuen Testament / von Rudolf Trümpert
Entstehung
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nicht zum Gerechtigkeitsgeſetz. B. 32. Warum? weil ſie nicht aus dem Glauben, ſondern aus Geſetzes⸗ werken(nach der Gerechtigkeit trachteten), denn ſie ſtießen ſich an dem Stein des Anſtoßes, V. 33. wie geſchrieben ſteht:«Siehe, ich lege zu Zion einen Stein des Anſtoßes und einen Fels des Ärgerniſſes, und, wer an ihn glaubt, wird nicht zu ſchanden werden?.

Da in V. 33 eine göttliche Veranſtaltung angeführt iſt, ſo iſt auch hier die Vorſtellung eines göttlichen Urteils über die Menſchen anzunehmen.

Den Heiden war nach dieſer Stelle die Idee der ſittlichen Rechtbeſchaffenheit vor Gott fremd, den Juden aber bekannt; dieſe ſuchten dieſelbe durch den geſetzlichen Dienſt zu verwirklichen, freilich vergebens. Hätten ſie ſich Jeſu im Glauben angeſchloſſen, ſo hätten ſie die Gerechtigkeit vor Gott erreicht. Die Heiden kamen ſonach durch ihren Glauben an Jeſus Chriſtus den Juden voraus, ſofern ſie der Glaubens⸗ gerechtigkeit teilhaftig wurden.

Der»öos drxdtobwne beſtand nur in der Vorſtellung der Juden, denn einen ſolchen giebt es nicht; nur, wer an Chriſtus glaubt, wird nicht zu ſchanden werden, V. 33 b.

12) Röm. 10, 113.

V. 1.Brüder, die Zuneigung meines Herzens und das Gebet zu Gott zielt für ſie(die Juden) auf Heil ab. V. 2. Denn ich bezeuge ihnen, daß ſie Eifer für Gott haben, aber nicht auf Grund richtiger Erkenntnis. V. 3. Denn da ſie die Gottesgerechtigkeit nicht kannten und die eigene Gerechtigkeit zur Geltung zu bringen ſuchten, ordneten ſie ſich der Gottesgerechtigkeit nicht unter. V. 4. Denn das Ende des Geſetzes iſt Chriſtus zur Gerechtigkeit für jeden, der glaubt. V. 5. Denn Moſes ſchreibt von der Gerechtigkeit aus dem Geſetz:«Der Menſch, der ſolches thut, wird auf Grund desſelben leben». V. 6. Die Gerechtigkeit aus dem Glauben aber ſagt ſo:«Sprich nicht in deinem Herzen: wer wird in den Himmel hinaufgehen? Das heißt Chriſtus herabholen V. 7. oder: wer wird in den Abgrund hinabgehen? Das heißt Chriſtus von den Toten heraufführen», V. 8. ſondern was ſagt ſie? Nahe bei dir iſt das Wort, in deinem Munde und in deinem Herzen, das iſt das Wort des Glaubens, welches wir predigen?. V. 9. Denn, wenn du mit deinem Munde den Herrn Jeſus bekennſt und in deinem Herzen glaubſt, daß ihn Gott von den Toten auferweckt hat, ſo wirſt du gerettet werden. V. 10. Denn mit dem Herzen glaubt man zur Gerechtigkeit, mit dem Munde aber bekennt man zum Heil. V. 11. Denn die Schrift ſagt:Jeder, der an ihn glaubt, wird nicht zu ſchanden werden?.

Durch den Gegenſatz von Gottesgerechtigkeit und eigener Gerechtigkeit wird die Vorſtellung eines göttlichen Urteils angezeigt, denn nur Gott kann beide von einander unterſcheiden.

Paulus wünſcht den Juden die Erlangung des Heiles, ja er muß ihnen einen großen religiöſen Eifer zugeſtehen, doch konnte dieſer ſie nicht an das gewünſchte Ziel bringen, denn ſie ſtrebten nach einer auf ihrem geſetzlichen Thun gegründeten Gerechtigkeit, nicht nach der Gottesgerechtigkeit, die aus dem Glauben ſtammt. Dieſe iſt durch Chriſti Werk die Grundlage geworden, auf der ſich das Heil der Menſchen aufbauen kann. Auf dem geſetzlichen Standpunkt, wie ihn Moſes wenigſtens der Grundlage nach ſchuf, war die Loſung:Thue das Geſetz, erfülle ſeine Satzungen, ſo wirſt du ein glückliches, von Gott geſegnetes Leben haben, auf dem Standpunkt der chriſtlichen Religion aber als dem der Glaubens⸗ gerechtigkeit lautet ſie:Zweifle nicht an den Hauptthatſachen, auf denen die Erlöſung der Menſchen beruht, daran nämlich, daß Jeſus vom Himmel d. h. von Gott kam, noch daran, daß er von den Toten auferſtand.

Wenn es hiernach ſcheinen möchte, als ob Paulus den Begriff des Glaubens hier äußerlicher faßte, als ſonſt, etwa im Sinne von Hebr. 11, 1b als zweifelloſe Annahme von ſolchem, was man nicht ſehen kann, ſo iſt zu bedenken, daß der Apoſtel hier nur die zwei Punkte erwähnen wollte, deren Annahme als die Vorbedingung des Glaubens an Chriſti Erlöſungswerk, welches die Gnade Gottes verbürgt, anzuſehen iſt d. h. ſeine Sendung von Gott und ſeine Auferſtehung, welche ſeinen Tod zur Vorausſetzung hat und deſſen Opferwert beſtätigt.