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mutigen könnten. Der dritte derſelben iſt in V. 28— 30 ausgeſprochen, daß nämlich überhaupt alles denen, die Gott lieben, zum Beſten dienen müſſe. Er nennt die wahren Chriſten nicht nur ſolche, die Gott lieben, ſondern auch ſolche, die Gott, weil er ſie zur Herrlichkeit, deren Chriſtus bereits teilhaftig iſt, vorherbeſtimmte, nun auf einer ganz ſicheren Bahn zu derſelben einführt. Dieſelbe wird bezeichnet durch die Mhoic und die drxaicotc, die Berufung und die Rechtfertigung. Gott ruft die Menſchen und erklärt die, welche ſich rufen laſſen, d. h. an Chriſtus glauben, für gerechte d. h. ſittlich rechtbeſchaffene.
V. 31— 39 ziehen nun die Folge für den Chriſten aus der ihm in V. 29. 30 gegebenen Ge⸗ wißheit und zwar in einer ſo begeiſterten Weiſe, daß Erasmus von Rotterdam mit Recht im Hinblick auf dieſen Abſchnitt ſagt:«Quid unquam Cicero dixit grandiloquentius?“ In ſieghaftem Ton fragt Paulus: „Wenn Gott für uns iſt, wer iſt wider uns?“ und ſucht in der Hingabe des Gottesſohnes zu unſerem Heil die Bürgſchaft dafür, daß Gott uns nach dieſer höchſten Gnadengabe alle andern ſelbſtverſtändlich verleihen werde.
Die Einteilung der Sätze in V. 33. 34 iſt für den Sinn wichtig. Stellen wir nämlich die Worte ſo zuſammen:„Wer wird wider die Auserwählten Gottes Anklage erheben? Gott iſt der Rechtfertiger, wer der Verdammer?“, ſo erſcheint dann die Erwähnung des Todes und der Erhöhung Chriſti in V. 34 b und 35ff. nur dazu geſchehen zu ſein, auf die Chriſten einen moraliſchen Eindruck zu machen, ſie an ihre Verpflichtung zu erinnern, treu bei Chriſtus auszuhalten. Das will aber der Apoſtel doch keineswegs. Darum müſſen wir im Hinblick auf bereits beſprochene Stellen, in denen er die Rechtfertigung in nächſte Beziehung mit Chriſti Blut bringt, ſo abteilen, wie es oben geſchehen iſt. Der Sinn iſt dann folgender: Wer die Auserwählten Gottes, die gläubigen Chriſten, bei Gott verklagen zwollte, würde damit nichts erreichen, denn Gott erklärt ſie für gerecht; wer ihnen nun dem gegenüber doch noch die Gerechtigkeit ab⸗ ſprechen wollte, der vergäße, daß Chriſtus für ſie geſtorben iſt und ſie bei Gott vertritt. Paulus will offenbar dadurch, daß er ein etwaiges 8 α ᷑Qμ̈+ε durch den Hinweis auf die Rechtſertigung durch Gott, ein etwaiges zaraxlysty durch den Hinweis auf Chriſti Sterben und Erhöhung zurückweiſt, zeigen, wie gerade das Erlöſungswerk Chriſti die Grundlage bildet für die Rechtfertigung durch Gott, die natürlich nur Auserwählten d. h. ſolchen, die dem göttlichen Ruf folgen, an Chriſtus als den Heiland glauben, zu teil wird...
Von V. 35 an wird der Dank der Chriſten für dieſe hohe Gnade Gottes in Jeſu Chriſto dar⸗ geſtellt in der Schilderung der für die Chriſten beſtehenden Unmöglichkeit, von der Liebe zu Chriſto, ihrem Heiland, und zu Gott abzulaſſen.
Daß in dem Satz V. 35a ric fuds I0ist ⅜ν tie ar— ro NXID; rod XPiro genit. obj. und nicht subj. iſt, wie letzteres die meiſten Ausleger behaupten, wird meines Erachtens klar durch das Citat aus Pſ. 44, 22 in V. 36.„Denn um deinetwillen werden wir den ganzen Tag gemordet, wurden wir wie Schlachtſchafe angeſehen“, welches davon ſpricht, was die Chriſten aus Liebe zu ihrem Heiland erleiden, und durch den Ausdruck V. 37„aber in dieſem überwinden wir weit wegen deſſen, der uns geliebt hat“. Hier kehrt alſo das„um deinetwillen“ aus V. 36 verſtärkt wieder. Die Liebe zu Chriſtus beſeelt demnach die Chriſten ſo ſehr, daß ſie alles beſiegen, was ſie von dem Meiſter der Liebe trennen möchte. Dieſelbe überzeugung von der überwindung alles deſſen, was ſie etwa von der Liebe zu Gott trennen möchte, ſpricht dann Paulus in gleichfalls begeiſterten Worten aus und begründet ſie durch den Hinweis auf Jeſus Chriſtus, in deſſen Sendung und Hingabe der Hauptbeweggrund für die Chriſten liegt, Gott zu lieben. 105 dsod in V. 39 faſſe ich auch als genit. obj. parallel zu 105 Xplioro V. 35a.
11) Röm. 9, 30— 33.
V. 30.„Was ſollen wir nun ſagen(bezüglich der Erfüllung der vorhergehenden prophetiſchen Worte)? Die Heiden, die nicht nach der Gerechtigkeit trachteten, erlangten Gerechtigkeit, nämlich die Gerechtigkeit aus dem Glauben, V. 31. Israel dagegen, welches nach der Gerechtigkeit trachtete, gelangte


