Aufsatz 
Die Lehre von der Rechtfertigung aus dem Glauben nach dem Neuen Testament / von Rudolf Trümpert
Entstehung
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Ungehorſam des einen Menſchen die vielen als Sünder hingeſtellt wurden, ſo werden auch durch den Gehorſam des einen die vielen als Gerechte hingeſtellt werden. V. 20. Das Geſetz aber kam dazwiſchen ein, damit die Sünde ſich häufte. Da aber, wo die Sünde ſich häufte, häufte ſich die Gnade noch viel mehr, V. 21. damit, wie die Sünde herrſchte mittelſt des Todes, alſo auch die Gnade herrſche mittelſt Gerechtigkeit zum ewigen Leben durch Jeſum Chriſtum, unſern Herrn.

Durch den in unſerm Abſchnitt auftretenden Gegenſatz zwiſchen rauipe und drraih wird die Vorſtellung eines Urteils Gottes bei dem 4ob und verwandten Begriffen beſtätigt.

Paulus teilt hier die Entwickelung der Menſchheit in zwei Perioden; an die Spitze einer jeden ſtellt er eine Perſon, Adam Chriſtus. Doch iſt die Art der Einwirkung des einen auf den Gang der Menſchheitsentwickelung ſehr verſchieden von der des andern. Durch Adams eine Sünde kam Sünde und Tod in der Menſchheit zur Herrſchaft, durch ſeinen Ungehorſam wurde die Reihe vieler Sünden eröffnet, welche das gleiche Verdammungsurteil traf, als jene erſte, durch Chriſtus aber kam aus den vielen Sünden heraus ein Rechtfertigungsurteil Gottes zuſtande, inſofern durch Chriſtus die göttliche Gnade in Wirk⸗ ſamkeit trat. Sie ſpricht nämlich den Menſchen die ſittliche Rechtbeſchaffenheit zu und verſetzt ſie ſo in ein Verhältnis zu Gott, welches ſeine Fortſetzung und Vollendung in der künftigen Welt finden wird.

Es könnte auffallen, daß Paulus hier den Begriff des Glaubens gar nicht herbeizieht. Doch es kam ihm hier nicht darauf an, die Aneignung der Gottesgnade durch den Chriſten darzuſtellen, ſondern die Einführung derſelben als eines neuen Prinzips in die Stellung Gottes zu den Menſchen durch Chriſtus. Daß die Gerechtigkeit von Gott nur durch die Gnade d. h. bei dem Gläubigen zuſtande kommt, hat Paulus ſchon früher ſo nachdrücklich hervorgehoben(3, 24. 4, 4. 16), daß er es jetzt wohl nicht be⸗ fürchten mußte, mißverſtanden zu werden. d1Aonn iſt das Urteil Gottes ſelbſt, in dem das di-toby ſeinen Ausdruck findet.

10) Röm. 8, 28 39.

V. 28.Wir wiſſen aber, daß denen, die Gott lieben, alles zum Guten mitwirkt, denen, die nach einem Vorſatz berufen ſind. V. 29. Denn, welche er zuvor erkannte, die beſtimmte er auch vorher zu Gleichgeſtellten des Bildes ſeines Sohnes, ſo daß er der Erſtgeborene unter vielen Brüdern iſt. V. 30. Welche er aber vorherbeſtimmte, die berief er auch, und welche er berief, die rechtfertigte er auch, welche er aber rechtfertigte, die verherrlichte er auch. V. 31. Was ſollen wir nun hierauf ſagen? Wenn Gott für uns iſt, wer iſt wider uns? V. 32. Welcher auch ſeines eignen Sohnes nicht verſchonte, ſondern ihn für uns alle dahingab, wie ſoll er uns nicht auch alles mit ihm ſchenken? V. 33. Wer wird wider die Auserwählten Gottes Klage erheben? Gott iſt der Rechtfertiger. V. 34. Wer iſt der Verdammer? Chriſtus iſt der Geſtorbene, vielmehr aber auch Erweckte, welcher auch zur Rechten Gottes iſt, welcher ſich auch für uns verwendet. V. 35. Wer wird uns ſcheiden von der Liebe zu Chriſtus? Trübſal oder Drangſal oder Verfolgung oder Hunger oder Blöße oder Gefahr oder Schwert?, V. 36. wie geſchrieben ſteht:«»Deinetwegen werden wir den ganzen Tag gemordet, wurden wir wie Schlachtſchafe angeſehen?. V. 37. Aber in dieſem allem überwinden wir weit wegen deſſen, der uns geliebt hat, V. 38. denn ich bin überzeugt, daß weder Tod noch Leben, weder Engel noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zu⸗ künftiges, noch Mächte, V. 39. weder Höhe noch Tiefe, noch irgend ein anderes Geſchöpf uns wird ſcheiden können von der Liebe Gottes in Chriſto Jeſu, unſerm Herrn.

Die Vorſtellung eines göttlichen Urteils tritt hier ſo deutlich hervor, daß ſich der Sinn des rrε0 dy von ſelbſt verſteht.

Paulus hat in K. 8 bisher erklärt, daß der Chriſt nicht in der Verdammnis iſt, weil er frei iſt vom Sündengeſetz, wozu ihm jedoch das moſaiſche Geſetz nicht helfen konnte, ſondern nur Gott durch Chriſtus, daß er aber nun ein Leben im Geiſt, nicht im Fleiſch führen müſſe, weil dieſes zum Tod, jenes aber zur künftigen Herrlichkeit der Kinder Gottes hinleite, und giebt dann die Gründe an, welche die Chriſten zum Leiden um des Evangeliums willen, das gleichſam ein Leiden um Chriſti willen ſei, er⸗