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Im Verhältnis zu Chriſtus gelten AÄußerlichkeiten nichts, ſondern nur Glaube, der dann auch zu thätiger Liebe hinführt(cf. 1 Kor. 7, 19). Davon ſpäter.
5) Röm. 1, 16. 17.
„Denn ich ſchäme mich des Evangeliums(Jeſu Chriſti) nicht, denn es iſt eine Gotteskraft zum Heil für jeden, der glaubt, für den Juden vornehmlich und für den Heiden, denn Gottesgerechtigkeit wird in ihm enthüllt aus Glaube zu Glaube, wie geſchrieben ſteht:«Der Glaubensgerechte wird leben».“
Paulus redet von der drxdtoeο eo Gottesgerechtigkeit d. h. eigentlich von der Gerechtigkeit, die von Gott herrührt, alſo von dem Zuſtand ſittlicher Rechtbeſchaffenheit, der durch das Recht⸗ fertigungsurteil, durch die Gerechterklärung Gottes dem Gläubigen zugeſprochen wird. (cf. êtxεανοο οι ꝙααε⁴ ε— Gal. 3, 11; auch Röm. 3, 20).
Er meint, das Evangelium d. h. die Botſchaft von dem Weltheiland Jeſus Chriſtus ohne jegliche Spur von Beſchämung gegenüber den Lehren menſchlicher Weisheit predigen zu können, denn er iſt feſt überzeugt, daß Gott durch dieſelbe zum ewigen Heile aller derer wirkt, die ſie vertrauensvoll aufnehmen, in erſter Linie zwar der Juden als Angehörigen des Bundesvolkes, doch dann auch der ganzen Heidenwelt, da die oben beſtimmte Gottesgerechtigkeit in ihm enthüllt d. h. die Möglichkeit, vor Gott als gerecht zu gelten, in ihm der Menſchheit erſt bekannt wird. Dieſe Möglichkeit liegt für jedermann im Glauben an Jeſus Chriſtus, der, wenn er ſich als Quelle der Gottesgerechtigkeit bewährt hat, das ihm zu Grund liegende Vertrauen auf Gott und Chriſtus immer mehr anregen, das religiöſe Leben immer weiter aus⸗ geſtalten wird(Ex xlotsc- eie Titv).—
Was die Benutzung des Citates aus Hab. 2, 4 betrifft, ſo verweiſe ich auf das zu Gal. 3, 1—14 Geſagte.
6) Röm. 3, 19—30.
V. 19.„Wir wiſſen aber, daß das Geſetz alles, was es ſagt, denen ſagt, die im Geſetz ſind, damit jeder Mund verſtopft werde und die ganze Welt Gott ſtraffällig ſei, V. 20. weil aus Geſetzeswerken durchaus kein Fleiſch vor ihm gerechtfertigt werden wird, denn durch das Geſetz kommt Erkenntnis der Sünde. V. 21. So aber iſt ohne Vermittelung des Geſetzes Gottesgerechtigkeit offenbar gemacht worden, die(jedoch ſchon) bezeugt wird von dem Geſetz und den Propheten, V. 22. Gottesgerechtigkeit aber durch den Glauben an Jeſus Chriſtus auf alle hin und für alle, die glauben. V. 23. Denn es iſt kein Unterſchied, ſie ſündigten nämlich alle und mangeln der Gottesehre, V. 24. indem ſie geſchenkweiſe gerecht⸗ fertigt werden durch ſeine Gnade vermittelſt der Erlöſung in Chriſto Jeſu, V. 25. welchen ſich Gott öffentlich hinſtellte als Gnadenſtuhl durch den Glauben in ſeinem Blut zum Erweis ſeiner Gerechtigkeit wegen des Durchlaſſens der vorher geſchehenen Sünden auf Grund der Nachſicht Gottes, V. 26. zum Erweis der Gerechtigkeit vor ihm in der jetzigen Zeit, damit er ſelbſt gerecht ſei und den Gläubigen rechtfertige. V. 27. Wo(bleibt) nun das Rühmen? Es wurde ausgeſchloſſen. Durch welche Art von Geſetz?(Etwa) der Werke? Nein, ſondern durch ein Geſetz des Glaubens. V. 28. Wir halten demnach dafür, daß ein Menſch durch Glaube ohne Geſetzeswerke gerechtfertigt werde. V. 29. Oder iſt Gott nur der Juden Gott? nicht auch der Heiden? Freilich auch der Heiden, V. 30. da ja(Ereins) ein Gott iſt, der die Beſchnittenen aus Glaube und die Unbeſchnittenen durch den Glauben rechtfertigen wird.“
Die Vorſtellung liegt hier vor, daß Gott alle Menſchen als ihr Herr richten, jedem ſeinen Wert zuſprechen wird.
Paulus behauptet, daß die mit V. 10 anhebenden Citate aus dem Alten Teſtamente, indem ſie ſich auf die Ungerechten im Judenvolk beziehen, das Weſen der Juden überhaupt ſchildern, da alles im Geſetz Geſagte den Juden gelte; dies müſſe notwendigerweiſe angenommen werden, da zu beweiſen ſei, daß alle Menſchen Gott gegenüber verſchuldet ſeien. Letzteres müſſe der Fall ſein, da wirklich kein Menſch durch Geſetzeswerke ſeine Gerechterklärung vonſeiten Gottes erlangen könne; durch das Geſetz komme nur Erkenntnis der Sünde, aber keine Rettung von derſelben. Da ſich dies herausgeſtellt habe, ſo habe Gott


