Aufsatz 
Die Lehre von der Rechtfertigung aus dem Glauben nach dem Neuen Testament / von Rudolf Trümpert
Entstehung
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zu dem Verhältnis inniger Vertrautheit mit Gott(75 dE Tpytsc dsdv, BAXOy osvrsc b 05) durch ihren Anſchluß an Chriſtus gelangt ſind.

Aus V. 9. 10 geht hervor, daß Paulus nicht den ſittlichen Kern des Geſetzes, ſondern die Äußerlichkeit des Geſetzesdienſtes bekämpft.

4) Gal. 4, 21 5, 6.

V. 21.Saget mir, die ihr unter dem Geſetz ſein wollt, höret ihr das Geſetz nicht(vorleſen)? V. 22. Es ſteht nämlich geſchrieben:»Abraham hatte zwei Söhne, einen von der Magd und einen von der Freien. V. 23. Aber der eine iſt von der Magd nach dem Fleiſch geboren worden, der andere von der Freien durch die Verheißung». V. 24. Dies iſt allegoriſch geſagt. Dieſe bedeuten nämlich zwei Bundes⸗ ſchließungen, eine vom Berge Sinai her, die zur Knechtſchaft gebieret, die Hagar iſt. V. 25. Denn Hagar bedeutet den Berg Sinai in Arabien; ſie entſpricht aber dem jetzigen Jeruſalem, denn dieſes lebt mit ſeinen Kindern in Knechtſchaft. V. 26. Das obere Jeruſalem aber iſt frei, welches unſere Mutter iſt. V. 27. Denn es ſteht geſchrieben:«Freue dich, du Unfruchtbare, die nicht gebiert, brich aus und rufe, die du keine Wehen haſt, denn die Kinder der Einſamen ſind viel zahlreicher, als die derjenigen, die den Mann hat. V. 28. Ihr aber, Brüder, ſeid Iſaak gemäß Kinder der Verheißung. V. 29. Aber wie damals der nach dem Fleiſch Geborene den nach dem Geiſt(Geborenen) verfolgte, ſo geht es auch jetzt. V. 30. Aber was ſagt die Schrift? Wirf die Magd hinaus und ihren Sohn, denn nicht ſoll der Sohn der Magd mit dem Sohn der Freien erben. V. 31. Darum, Brüder, ſind wir nicht der Magd Kinder, ſondern der Freien. K. 5, 1. In der Freiheit, die uns Chriſtus brachte, beſtehet und laßt euch nicht wiederum im Joche der Knechtſchaft feſthalten. V. 2. Siehe, ich Paulus ſage euch, daß, wenn ihr euch be⸗ ſchneiden laßt, Chriſtus euch nichts nützen wird. V. 3. Ich bezeuge aber wiederum jedem Menſchen, der ſich beſchneiden läßt, daß er verpflichtet iſt, das ganze Geſetz zu thun. V. 24. Ihr ſeid von Chriſtus los getrennt, die ihr im Geſetz gerechtfertigt werdet(= werden wollt), ihr ſeid aus der Gnade herausgefallen. V. 5. Denn wir erwarten durch den Geiſt aus Glaube die Hoffnung auf Gerechtigkeit. V. 6. Denn in Chriſtus Jeſus gilt weder Beſchneidung, noch Vorhaut etwas, ſondern Glaube, der durch Liebe wirkſam iſt.

Paulus nimmt 5, 4. 5 drα und dr*αιοοον* in dem Sinn, der unter 3, 1519 beſtimmt wurde; beſonders 5, 5 iſt die Erwartung eines göttlichen Urteils ausgeſprochen.

Er deutet in dem vorliegenden Abſchnitt die Geſchichte der zwei Frauen Abrahams ſo, daß Sarah als die Freie in ihrer Nachkommenſchaft die vom Geſetz Befreiten, alſo die Chriſten, Hagar aber als die Unfreie in ihrer Nachkommenſchaft die dem Geſetz Unterworfenen, alſo die Juden repräſentiert. Dieſe gewaltſame Umkehrung der wirklichen Verhältniſſe nimmt Paulus vor, um mit dem in V. 30 gebrachten Citat aus 1 Moſ. 21, 10 die Juden recht ſchwer als die zu treffen, die an dem Erbe d. h. nach dem bis jetzt Geſagten an der Gotteskindſchaft, an der Glaubensgerechtigkeit keinen Anteil haben ſollen. Für die Chriſten, deren Typus Iſaak iſt, geziemt ſich Freiheit vom Geſetz d. h. von ihm in ſeiner früher geſchilderten Ausbildung, bei ihnen erſcheint ein Zurücktreten unter die Geſetzesherrſchaft wie das Wiederaufnehmen eines drückenden Joches der Knechtſchaft. Wer nun gar die Beſchneidung annimmt, die als die eigentliche Weihe des Juden galt, verpflichtet ſich damit, weil er ſich als wirklichen Juden bekannt hat, zur Haltung des ganzen Geſetzes(cf. 5, 9), hat alſo keinen Nutzen von Chriſti Werk, und die, welche im Geſetz ihre Rechtfertigung d. h. den Weg zu der vor Gott geltenden ſittlichen Rechtbeſchaffenheit ſuchen(denn nicht von wirklicher Rechtfertigung iſt Arrαιοοοπεs zu verſtehen), ſind von Chriſtus losgelöſt, aus dem Gnadenſtand d. h. dem Zuſtand der ſittlichen Rechtbeſchaffenheit, herausgetreten. Das muß jeder zugeſtehen, denn ein Chriſt erhofft, über die Wertlegung auf Sinnliches d. h. Geſetzeswerke erhaben (vsbar V. 5 cf. 3, 3), die Gerechtigkeit aus dem Glauben, die hier als ein Stehen in der Gnade Gottes dargeſtellt wird, ſofern die Hoffnung auf die rechtfertigende Kraft des Geſetzes ein Herausfallen aus der Gnade genannt wird. Zugleich wird damit die Gerechtigkeit aus dem Glauben als eine Gabe

der freien Liebe Gottes bezeichnet, die jene dem Menſchen zuſpricht. 3