Aufsatz 
Die Lehre von der Rechtfertigung aus dem Glauben nach dem Neuen Testament / von Rudolf Trümpert
Entstehung
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3) Gal. 3, 15 29.

V. 15.Brüder, ich rede nach menſchlicher Weiſe. Eines Menſchen beſtätigtes Teſtament hebt doch niemand auf oder fügt etwas hinzu. V. 16. Dem Abraham aber und ſeinem Samen wurden die Ver⸗ heißungen geſagt. Nicht ſagt er:«und den Samen als bezüglich vieler, ſondern bezüglich eines einzigen: sund dem Samen', welcher Chriſtus iſt. V. 17. Das aber meine ich:«das Teſtament, welches zu⸗ vor von Gott beſtätigt iſt, entkräftet das 430 Jahre nachher entſtandene Geſetz nicht, um die Ver⸗ heißung aufzuheben. V. 18. Denn, wenn das Erbe aus dem Geſetz(käme), ſo(käme es) nicht mehr aus der Verheißung; dem Abraham aber hat es Gott durch Verheißung aus Gnade geſchenkt». V. 19. Wie verhält es ſich nun mit dem Geſetz? Der übertretungen wegen wurde es hinzugefügt, bis daß der Same käme, dem die Verheißung geworden iſt, verordnet durch Engel, durch die Hände eines Mittlers. V. 20. Der Mittler aber iſt nicht eines einzigen Mittler, Gott aber iſt Einer. V. 21. Das Geſetz iſt alſo wider Gottes Verheißungen? Das ſei ferne. Denn, wenn ein Geſetz gegeben wäre, das da könnte lebendig machen, ſo käme die Gerechtigkeit wahrhaftig aus dem Geſetz. V. 22. Aber die Schrift hat alles unter die Sünde unterworfen erklärt, damit die Verheißung(des göttlichen Segens) aus Glaube an Jeſus Chriſtus den Gläubigen gegeben würde. V. 23. Bevor aber der Glaube kam, wurden wir unterworfen gehalten unter das Geſetz auf den Glauben hin, der geoffenbart werden ſollte, V. 24. ſo daß das Geſetz unſer Zuchtmeiſter auf Chriſtus hin wurde, damit wir aus Glaube gerechtfertigt würden. V. 25. Da aber der Glaube gekommen iſt, ſo ſind wir nicht mehr unter einem Zuchtmeiſter. V. 26. Denn ihr ſeid alle Gottes Söhne durch den Glauben an Jeſus Chriſtus, V. 27. denn ihr alle, die ihr auf Chriſtus getauft wurdet, habt Chriſtus angezogen. V. 28. Da iſt nicht Jude, noch Grieche, da iſt nicht Knecht, noch Freier, da iſt nicht Mann, noch Weib, denn ihr alle ſeid Einer in Chriſto Jeſu. V. 29. Seid ihr aber Chriſti, ſo ſeid ihr Abrahams Same und nach der Verheißung Erben.

Arxaνον und druναονm können hier nur von einer Gerechterklärung durch Gott und dem daraus ſich ergebenden Zuſtand ſittlicher Rechtbeſchaffenheit vor Gott verſtanden werden, da zwei Maßſtäbe der Beurteilung der Menſchen durch Gott einander gegenübergeſtellt werden.

Was den ganzen Abſchnitt betrifft, ſo ſagt Paulus, daß in menſchlichen Verhältniſſen ein Teſtament heilig gehalten werde, und folgert daraus, daß Gott um ſo weniger von ſeiner Verheißung an Abraham habe abgehen können. Dieſe Verheißung desSegens Abrahams iſt nach V. 8 die Verheißung der Geltung der Glaubensgerechtigkeit. Dieſe aber iſt durch Chriſtus verwirklicht worden. Darum betont Paulus, daß in der Stelle 1 Moſ. 22, 18 das Wort Jlein deinem Samen nur auf die Perſon

Chriſti zu beziehen ſei(was aber gegen den wirklichen Sinn der Stelle geht, in welcherSame als Kollektivbegriff zu faſſen iſt). Dieſe Verheißung konnte durch das Geſetz nicht aufgehoben werden, welches erſt eintrat, als jene ſchon 430 Jahre beſtanden hatte. Könnte das Erbe, der Segen Abrahams d. h. die vor Gott geltende Gerechtigkeit durch das Geſetz zuſtande kommen, dann könnte ſie nicht mehr auf die Verheißung zurückgeführt werden, was aber doch den Thatſachen gemäß geſchehen müßte. Das Geſetz erſcheint demnach als etwas in die Entwickelung ſeit Abraham nur Eingeſchaltetes, nicht Weſentliches, welches ſeine Bedeutung darin hatte, daß es die Sünde überhaupt zum Bewußtſein brachte. Das Geſetz wäre nur dann gegen Gottes Verheißungen, wenn es lebendig machen d. h. aber nach V. 21 b, wenn ſeine Beobachtung den Zuſtand ſittlicher Rechtbeſchaffenheit vor Gott begründen könnte. In Wirklichkeit aber habe die Schrift d. h. Gott(Paulus meint wohl den etwas auffallenden Gedanken dadurch abzuſchwächen, daß erdie Schrift als Subjekt einführt, während er Röm. 11, 32 Gott ſelbſt nennt) alles d. h. die ganze Entwickelung der Menſchheit dem Einfluß der Sündenmacht unterworfen, damit die Verheißung des Segens Abrahams ihre Erfüllung durch den Glauben an Chriſtus fände, d. h. damit nur nicht auf Ge⸗ ſetzeswerken, ſondern auf dem Glauben an Jeſus Chriſtus die Gerechtigkeit vor Gott beruhte. Das Geſetz diente alſo nur zur Vorbereitung der Rechtfertigung, der Gerechterklärung durch Gott aus dem Glauben. Sobald dieſe durch die Erſcheinung Jeſu Chriſti und ſein Werk ermöglicht war, hörte die