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lebend Phil. 2, 6, das ganze Geſchlecht von der Macht der Sünde, vom Fluch des Geſetzes d. h. von der aus dem Geſetzesdienſt hervorgehenden Verſchuldung gegenüber Gott zu erlöſen, mit Gott endgültig zu verſöhnen. Dieſe Selbſthingabe zum Beſten der Menſchen macht den eigentlichen Wert des Lebens Jeſu aus und, weil ſie ſich in ſeinem Tode am großartigſten darſtellte, ſo wird dieſer der Hauptpunkt in Jeſu ganzer Erſcheinung. Er iſt nicht nur der blutige Abſchluß einer Wirkſamkeit, die gänzlich dem Heil der Menſchheit gewidmet war, ſondern hat auch geradezu die Bedeutung eines wirklichen Opfers für die Menſchen, denn Gott, deſſen Zorn 69 †1 d. h: Mißfallen an der Ungerechtigkeit Röm. 4, 15. 9, 22. Eph. 2, 3. Kol. 3, 6. u. a. durch das Verhalten der Menſchen ſtets herausgefordert worden war, will um der Selbſthingabe Jeſu willen dem menſchlichen Ge⸗ ſchlecht ſeine Gnade zuwenden. Inſofern alſo Jeſu Tod einerſeits als die Übernahme der Strafe erſcheint, deren die ſündigen Menſchen vor ihm würdig waren, und damit zugleich als die Vermittelung der Ver⸗ ſöhnung Gottes, als Anregung ſeiner Gnadenwirkſamkeit, andrerſeits als die Bewahrung der Menſchen vor dem ſittlichen und damit auch vor dem ewigen Tod, können bei Paulus die Begriffe„geſtorben zum Beſten der Menſchen“ und„geſtorben an der Menſchen Statt“ in einander übergehen.
Er redet von der Loskaufung der Menſchen à‿obb reotc durch Chriſtus Röm. 3, 24. 25. 1 Kor. 1, 30. Eph. 1, 7. Kol. 1, 14. Eph. 1. 14, doch iſt nur in der erſten Stelle ausdrücklich Chriſti Blut genannt, in der letzten iſt ſein Tod umſchrieben; hiermit will er alſo Chriſti Leben als ein„Löſegeld“ bezeichnen, wie es der Herr ſelbſt Mt. 20, 28. Mk. 10, 45 thut(Prpoy dνπμι αέν), als das Mittel alſo, durch welches die Sünder aus dem Zuſtand der Verſchuldung gegenüber Gott d. h. von der ihnen wegen ihrer Sünden drohenden Strafen errettet würden. 1 Tim. 2, 6 nennt er Chriſtus àvtixorgov, Tit. 2, 14 bezeichnet er die Wirkung des Sterbens Jeſu mit Xorpodv, Gal. 3, 13. 4, 5 mit 28a 1ο%&stv. Er bezeichnet Chriſtus als„Opfer“ οορmφσσ α ουαα Eph. 5, 2, als„Gnaderiſtuhl“ NMaoripio⸗ Röm. 3, 25, d. h. als den Deckel der Bundeslade, an den das Blut des Opfertieres am großen Verſöhnungstag geſprengt wurde, als„Paſſahlamm“ 1 Kor. 5, 7(ro ae*σα p1μ⁴έꝰν Srν1⁊ XPtor⁶ς). Er ſpricht von der Verſöhnung ε.‿α⁴½ mit Gott, welche durch Chriſti Blut zuſtande gekommen ſei Röm. 5, 9— 11 (ck. 11, 15), Kol. 1, 20, ſofern ſie mit Chriſti Tod im engſten Zuſammenhang ſteht 2 Kor. 5, 18—21, von der Annäherung der früher Gott fern Geſtandenen an Gott durch Chriſti Blut Eph. 2, 13. Er ſagt, Chriſtus habe ſich„für ihn“ hingegeben Gal. 2, 10,„für uns“ Röm. 8, 32. Tit. 2, 14,„für unſere Sünden“ Gal. 1, 14,„für die Kirche“ Eph. 5, 25, und braucht dabei die Verben 5156„1¶ mund ana- drdéyan; ſehr oft ſagt er, daß Chriſtus„für uns(57 7.G) geſtorben iſt“ 2 Kor. 5, 15. Röm. 5, 6. 8. 14, 15,„für unſere Sünden“ 1 Kor. 15, 3, daß er„für uns gekreuzigt“ iſt 1 Kor. 1, 13.
Wenn nun auch eine einheitliche Benennung der Selbſthingabe Jeſu in den Tod bei Paulus nicht zu finden iſt, ſo können wir doch nicht im Zweifel darüber ſein, daß er dieſelbe als ein Sühnopfer auffaßte und zwar nach den beiden Seiten ſeiner Bedeutung als Schuldopfer do und Sündopfer
on, deren Unterſchied von Dr. Delitzſch in Dr. Riehms„Handwörterbuch des bibliſchen Altertums“ dahin
beſtimmt wird,„daß das Sündopfer auf einem Gnadenwege ſühnt kraft des Blutes und daß es nach dem Verfahren mit dem Blut als Gabe eines Entſündigten auf den Altar kommt, während das Schuldopfer eine die Sünde gutmachende Leiſtung und die Geſtellung des Opfertieres ein Beſtandteil der Schuldbuße iſt und die Sühne mitbedingt“.
Die Auffaſſung des Todes Jeſu als eines Schuldopfers wird geſtützt durch die Vergleichung ſeines Lebens mit einem Löſegeld, ſofern dieſes auch unter den Geſichtspunkt der Gutmachung(Satisfaktion), zu der die blutige Sühne mitwirkt, fällt, die ja die Hauptſache im Schuldopfer war, auch durch die Betonung der Hingabe ſeiner ſelbſt, ſofern, wie bemerkt, die Geſtellung des Opfertieres ein Beſtandteil der Schuld⸗ buße iſt, und durch den Sinn der Stelle Gal. 3, 13. 14:„Chriſtus hat uns losgekauft von dem Fluch
des Geſetzes, indem er für uns zum Fluch wurde“, und Röm. 3, 25. 26a:„welchen(Chriſtus) Gott ſich 2*


