Aufsatz 
Syrien vor dem Eindringen der Israeliten : (Nach den Tontafeln von Tel el-Amarna.) / von Ernst Trampe
Entstehung
Einzelbild herunterladen

27

Entgegenkommen des Vorstandes des Frankfurter Rennclubs, das uns zu grossem Danke verpflichtet, wurde uns der vordere Teil der Rennbahn einschlieslich der Tribüne zur Verfügung gestellt, der sich trotz den Schwierigkeiten, die der Mangel einer ständigen Wirtschaftseinrichtung verursachte, als ganz geeignet erwies und namentlich für die turnerischen UÜbungen und Wettkämpfe genügenden Raum bot. Zu unserer Freude war auch in diesem Jahre die Beteiligung der Eltern und Angehôrigen unserer Schüler eine rege. Die Festrede hielt Herr Oberlehrer Dr. Knoegel. Bei dem Preisturnen der einzelnen Klassen nahmen die volkstümlichen UÜbungen die erste Stelle ein. Sie be- standen für die unteren und mittleren Klassen in Laufen, Hoch- und Weitsprung, Hangeln, Zielwerfen mit Tennisbällen, Weitwerfen mit Cricketball, Schleudern mit dem Schleuderball. Die Obersekunda veranstaltete einen Vierkampf im Stabhochspringen, Gerwerfen, Laufen und Steinstoſsen. Den Schülern der Prima waren sieben Ubungsarten, Laufen, Stabhoch- sprung, Weithochsprung, Gerwerfen, Gerkopf, Stemmen und Steinstoſsen, gegeben, von denen jeder Mitkämpfer drei zu wählen hatte. Besonders im Stabhochspringen, Gerwerfen und Steinstoſsen wurden ausgezeichnete Leistungen erzielt. Folgende Schüler erhielten Preise: 1. Preis: Eduard Rehn I; 2. Preis: Karl Schmidt h; 3. Preis: Johannes Meurer h; 4. Preis: Hermann Cunze; 5. Preis: Max Wirth I., Reinhard von den Velden B; 6. Preis: Walther Schimmelpfeng Ii; 7. Preis: Fritz Rehorn L, Fritz Weege l., Wilhelm Mardner L.

Am 4. September wurde mit Genehmigung des Königlichen Provinzial-Schul- kollegiums aus Anlass der Kaiserparade bei Homburg v. d. H. der Unterricht ausgesetzt. Das groſsartige Schauspiel wird allen, die ihm beigewohnt haben, unvergeſslich bleiben.

Das Geburtsfest Seiner Majestät des Kaisers wurde am 27. Januar mit Gesang, Deklamation und Festrede begangen. Herr Oberlehrer Dr. Jungblut sprach über die Neubesiedelung der brandenburgisch-preufsischen Länder im 17. und 18. Jahrhundert; er verfolgte die Geschichte dieser Kolonisationen durch die Regierungen des Groſsen Kur- fürsten und seiner Nachfolger, Friedrichs I., Friedrich Wilhelms I. und Friedrichs des Groſsen, und zeigte, wie sie ein glänzendes Zeugnis ablegten von der hochherzigen Gesinnung und dem organisatorischen Talent dieser Herrscher, zugleich ein wesentliches Moment bildeten für die überraschend schnelle Entwicklung und Erstarkung des preuſsischen Staates.

Herr Geheimer Regierungsrat Dr. Lahmeyer wohnte am 3. November dem Unterrichte in der Obertertia und der Untersekunda bei und unterzog namentlich die Schüler der letzteren Klasse einer eingehenden Prüfung im Deutschen und in den Fremd- sprachen. Einige Tage vorher war von den Schülern eine schriftliche Ubersetzung in das Lateinische angefertigt worden, für die Herr Geheimer Regierungsrat Dr. Lahmeyer selbst die Aufgabe gestellt hatte. Des guten Ergebniſses, das die schriftliche wie die mündliche Prüfung lieferte, freuen wir uns um so mehr, als es nur unter erschwerenden Umständen erzielt werden konnte. Dazu ist vor allem die hohe Schülerzahl zu rechnen, die die vorgeschriebene Grenze um ein beträchtliches überschreitet. Diesem Miſsstande wird, wie wir hoffen, durch die Trennung der künftigen Obersekunda in zwei Abteilungen

abgeholfen werden. 4*