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gegangenen, seines lauteren und edlen Charakters, der hohen⸗Geistesgaben, die ihn auszeich- neten, der Verdienste, die er als Forscher und Jugendbildner sich erworben. Namens der Lehrer und Schüler des Lessing-Gymnasiums legte der Unterzeichnete die Blumen- spenden nieder, die dankbare Liebe geweiht, und rief dem treuen Mitarbeiter und erprobten Freunde einen letzten Abschiedsgruss zu. Ein gottbegnadeter Lehrer der Jugend, hat er es verstanden, durch die unübertreffliche Klarheit und Anschaulichkeit seiner Darstellung selbst die schwierigsten und verwickeltsten Aufgaben dem Verständnis der Schüler nahe zu bringen und zumal die älteren, indem er ihren Blick weitete und sie hinausführte über die engen Grenzen des Schulmäfsigen, mit Begeisterung zu erfüllen für das Gebiet der Wissenschaft, auf dem er selbst ein Meister war. Zugleich gewann ihm die Freundlichkeit seines Wesens, die lebhafte Teilnahme, die er für die Entwicklung und das Ergehen eines jeden einzelnen bewies, die Bereitwilligkeit, mit der er stets in Rat und Tat seinen Beistand gewährte, aller Herzen. Dem Lessing-Gymnasium bewahrte der Heimgegangene, auch nachdem die nähere Verbindung sich gelöst hatte, eine besondere Anhänglichkeit, wie ihn denn auch bis zu seinem Lebensende der freundschaftlichste Ver- kehr mit den Mitgliedern des Lehrerkollegiums verband. Ist seine Wirksamkeit an unserer Anstalt auch nur von verhältnismäſsig kurzer Dauer gewesen, ihre Spuren sind doch un- vergänglich und immerdar wird sein Andenken bei uns ein gesegnetes bleiben.
2. Schulfeste und Prüfungen.
Das Maifest wurde am 25. Mai bei günstiger Witterung in gewohnter Weise durch Ausflüge der einzelnen Klassen begangen.
Am 17. und 18. September machten die Schüler der Primen und Sekunden, soweit sie die Turnspiele regelmäſsig besucht hatten oder dem Sängerchor angehôrten, unter Führung der Herren Oberlehrer Dr. Fischer, Ankel und des Unterzeichneten eine zweitägige Turnfahrt in den östlichen Odenwald. Wir fuhren in der Frühe mit der Bahn nach Michelstadt; von dort ging der Marsch über Schloss Eulbach nach Amorbach, wo wir die stattliche Abteikirche eingehend besichtigten und uns auch des prächtigen Orgelwerkes erfreuen durften. An der Wildenburg vorbei zogen wir dann weiter nach Mudau; nach einem fröhlichen Beisammensein, das durch mancherlei Vorträge der Schüler verschönt wurde, fanden wir teils in dem Gasthause teils in Privatquartieren ein gutes Unterkommen für die Nacht. Der zweite Tag führte uns durch den Park von Waldleiningen zum Krähberg und über dessen Höhe nach Beerfelden. Auf der Rückfahrt wurde noch ein längerer Aufenthalt in Erbach genommen, dessen Schloſs mit seiner weitberühmten Sammlung besonders römischer Altertümer reiche Belehrung und Anregung bot.
Mit den jüngeren Schülern, die an den Turnspielen teilgenommen hatten, wurde am 22. Oktober bei schönstem Herbstwetter ein Ausflug nach dem Taunus unternommen, dessen Leitung in den Hânden des Herrn Keil lag. Von Cronberg wanderte die muntere Schar durch das Billthal zum groſsen Feldberg und dann hinab nach Dornholzhausen und Homburg v. d H., von wo die Rückfahrt angetreten wurde.
Die Feier des Sedantages konnte nicht wie in den früheren Jahren am Ober- forsthause stattfinden, da dieser altgewohnte Festplatz von dem Goethe-Gymnasium benutzt wurde und für beide Anstalten nicht ausreichend schien. Durch das liebenswürdige


