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Vom 16. bis 20. August fand die schriftliche Reifeprüfung der 14 auswärtigen Aspiranten, dié unserer Anstalt überwiesen waren, und gleichzeitig die eines Oberprimaners statt. Die mündliche Prüfung der ersteren wurde am 7. und 8. September unter dem Vorsitz des Herrn Geheimen Regierungsrates Dr. Lahmeyer abgehalten, die des Ober- primaners am 13. September unter dem Vorsitz des Unterzeichneten. Unter den auswärtigen Aspiranten, denen das Zeugnis der Reife zuerkannt werden konnte, befand sich auch eine junge Dame, Fräulein Luise Kleemann aus Hadamar.
Am Ostertermin fiel die schriftliche Reifeprüfung in die Tage vom 14. bis 19. Februar, die mündliche fand am 24. und 25. März unter dem Vorsitz des Herrn Ge- heimen Regierungsrates Dr. Lahmeyer statt; als Vertreter des Kuratoriums wohnte Herr Theodor Stern der Prüfung bei. Von den 25 Schülern der Oberprima wurden 13 von der mündlichen Prüfung befreit, 2 Schüler traten vor Beginn der mündlichen Prüfung zurück.
Die schriftliche Abschlussprüfung fand in der Zeit vom 1. bis 14. März statt, die mündliche wird am 28. März unter dem Vorsitz des Direktors abgehalten werden.
Die Frage eines Neubaues für das Lessing-Gymnasium ist in dem verflossenen Jahre ihrer Lösung wenig näher gerückt. Die Hauptschwierigkeit liegt offenbar darin, ein für diesen Zweck passendes Grundstück im westlichen oder nordwestlichen Teile der Aussen- stadt zu gewinnen. Wir schulden der städtischen Behörde Dank dafür, dass sie in dieser Richtung nicht unthätig gewesen ist, wenn auch ihre Bemühungen einstweilen noch keinen Erfolg gehabt haben. Unsere Ptflicht ist es, auf die Unzuträglichkeiten, die sich aus den gegenwärtigen Verhältnissen ergeben, immer von neuem die Aufmerksamkeit zu lenken.
Als einen schlimmen Miſsstand empfinden wir je länger desto mehr die Verteilung unserer Unterrichtsräume auf zwei durch den Schulhof getrennte Gebäude, die den inneren Zu- sammenhang der Anstalt beeinträchtigt und einer einheitlichen Leitung die grössten Hinder- nisse in den Weg legt.
Schwer zu beklagen ist aber vor allem der Mangel einer Aula, ein Mangel, der uns um so fühlbarer wird, als wir sehen müssen, dass alle anderen höheren Lehr- anstalten unserer Stadt in der Lage sind, in regelmäfsigen Zusammenkünften ihrer Lehrer und Schüler das Gefühl der Gemeinschaft zu wecken und zu pflegen und zu- gleich auf die sittliche und religiöse Erziehung der ihnen anvertrauten Jugend einzuwirken, wie dies als die erste und vornehmste Aufgabe der Schule mit Recht angesehen wird. Auch den Eltern unserer Schüler können wir jetzt nicht in dem Grade einen Einblick in das Leben und die Arbeit unserer Schule gewähren, als wir für wünschenswert und notwendig halten. Erkennen wir es auch dankbar an, dass uns für die Schulfeiern der Saalbau zur Verfügung gestellt ist, so vermögen wir in dieser Vergünstigung doch keinen ausreichen- den Ersatz für die mangelnde Aula zu erblicken. Naturgemäſs verbietet sich eine öftere Benutzung des Saalbaues aus verschiedenen Gründen.


