Aufsatz 
Dispositionen zu einigen ästhetischen Abhandlungen Schillers
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folge, unabhängig von jedem fremden Einfluss: wenn aber etwas Aeusseres meinen Willen hätte einschränken können, es jedoch nicht tut, so darf ich sagen, dass ich Freiheit er- halte. Ebenso handle ich moralisch gut, wenn ich aus- schliesslich meiner Vernunft gehorche: denke ich mir eine Kraft, die meine moralische Freiheit hätte einschränken können, dieselbe aber vielmehr begünstigt, so darf ich sagen, dass diese Kraft(der Geschmack!) mir zur Tugend ver- helfe. Die Freiheit einer äusseren Handlung beruht bloss auf ihrem unmittelbaren Ursprung aus dem Willen der Person, die Sittlichkeit einer inneren Handlung bloss auf der unmittelbaren Bestimmung des Willens durch das Gesetz der Vernunft.

B. Abhandlung: Aesthetische Sitten(Geschmack, guter Ton) können Moralität zwar nie erzeugen, weil das sittliche nie einen andern Grund haben darf, als sich selbst, wohl aber begünstigen, weil sie dem Willen Raum schaffen, sich zur Tugend zu wenden.

I. Da alle Unmoralität in der Wirklichkeit aus der Kollision der Begierde mit der Vernunft(des Angenehmen mit dem Guten) zu entspringen und einerseits die Stärke der sinnlichen Antriebe, andererseits die Schwäche der moralischen Willenskraft zur Quelle zu haben scheint, so kann die Morali- tät auf zweierlei Weise befördert werden:

entweder man muss die Partei der Vernunft und die Kraft des guten Willens verstärken, so dass keine Versuchung ihn überwältigen könnte,

oder man muss die Macht der Versuchung brechen, damit auch die schwächere Vernunft und der schwächere gute Wille ihnen noch überlegen seien.

Dasjenige befördert wahrhaft die Moralität, was den Widerstand der Neigung gegen das Gute vernichtet und die Macht der Versuchung bricht. Das aber leistet der Geschmack, der den rohen Ausbrüchen der Natur eine Grenze setzt, der alle rohen Begierden aus dem Gemüte verweist und an ihrer Statt edlere und sanftere Neigungen darin anpflanzt, die sich auf Ordnung, Harmonie und Vollkommenheit beziehen und, wenn sie gleich selbst keine Pugenden sind, doch eiĩn Objekt mit der Tugend teilen. So wird eine neue Instanz für die Tugend gewonnen: neben die Begierde und die Vernunft tritt der Ge- schmack.

Rohen Gemütern, denen es zugleich an moralischer und an