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unter. Nach diesem Ideal menschlicher Schönheit sind die Antiken gebildet.
«Wahre Schönheit, wahre Anmut soll niemals Begierde erregen. Wo diese sich einmischt, da muss es entweder dem Gegenstand an Würde oder dem Betrachter an Sittlichkeit der Empfindungen mangeln.» 4
C. Schluss: Anmut und Würde stehen in einem zu hohen Wert, um die Eitelkeit und Torheit nicht zur Nach- ahmung zu reizen. Aber es gibt dazu nur einen Weg, nämlich Nachahmung der Gesinnungen, deren Ausdruck sie sind. Alles andere ist Nachäffung und wird sich als solche durch Uebertreibung bald kenntlich machen: aus der affektierten Anmut wird Ziererei, und aus der affektierten Würde steife Feierlichkeit und Gravität.
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5. UÜber das Pathetische.
Zuerst erschienen in: Neue Thalia. Drittes und viertes Stück. 1793.
Vorbemerkung: Die beiden Abhandlungen Schil- lers:«Ueber den Grund des Vergnügens an tragischen Gegen- ständen» und Ueber die tragische Kunsty, welchen eine ganz klare und logische Disposition zu Grunde liegt, in der Schule zu behandeln, ist nicht ratsam, weil Schillers Theorie über die Tragödie mit Recht angegriffen worden ist. Vergl. Her- mann Baumgart, Handbuch der Poetik. S. 538 ff.
Meines Erachtens ist es auch ein Fehler, wenn die Frage: Was ist tragisch? in dem deutschen Lesebuch für höhere Lehr- anstalten von Dr. Chr. Muff. Berlin. G. Grote. 1895, und ebenso in dem deutschen Prosa-Lesebuch für Prima von Dr. IH. Spiess. Dresden. Ehlermann, selbst noch in der zweiten umgearbeiteten Auflage, 1907, beantwortet wird im Anschluss an G. Freytag, Technik des Dramas. Leipzig. 1894: denn alles, was hier vorgebracht wird, ist falsch, wie ich in dem zweiten Stück meiner Abhandlung über Sophokles' Oedipus Tyrannos dargelegt habe, in dem ich den vermeintlichen Ge- gensatz zwischen der antiken Schicksals-Tragödie und der mo- dernen Charakter-Tragödie zu beseitigen mich bemühte. Die Frage: Was ist tragisch? kann nur im Anschluss an die De- finition des Aristoteles in der Poetik richtig beantwortet werden.
In engem Zusammenhange mit Schillers Aufsätzen über die Tragödie steht die schöne Abhandlung: Ueber das Pathe-


