Aufsatz 
Dispositionen zu einigen ästhetischen Abhandlungen Schillers
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wegungen vor diese nennt Schiller willkürliche oder abge- zweckte oder die Bewegungen erfolgen ohne den Willen der Person nach einem Gesetz der Notwendigkeit aus der morali- schen Stimmung, welche die Person beseelt: diese sind sym- pathetische Bewegungen. Die Frage entsteht nun, welche von diesen beiden Arten der in der Person gegründeten Be- wegungen der Anmut fähig ist.

Diese beiden Arten der Bewegung sind in der Wirklich- keit natürlich vielfach verknüpft. So findet man abge- zweckte Bewegungen selten ohne sympathetische, weil der Wille als die Ursache von jenen sich nach moralischen Empfin- dungen bestimmt, aus welchen diese entspringen. Aber eine abgezweckte Bewegung kann auch zugleich als eine sympathe- tische anzuschen sein, und dies geschieht alsdann, wenn sich etwas Unwillkürliches in das Willkürliche derselben mit ein- mischt. Der Anteil, den der Empfindungszustand der Person an einer willkürlichen Bewegung hat, ist das Unwillkürliche an derselben, und er ist auch das, worin man die Grazie zu suchen hat. Ob aber gleich die Anmut etwas Unwillkürliches sein oder scheinen muss, so suchen wir sie doch nur bei Be- wegungen, die mehr oder weniger vom Willen abhängen Man fordert Anmut von der Rede und vom Gesang, von dem will- kürlichen Spiel der Augen und des Mundes, von den Bewe- gungen der Hände und der Arme bei jedem freien Gebrauch derselben. Wenn also die Anmut eine Eigenschaft ist, die wir von willkürlichen Bewegungen fordern, und wenn wir anderer- seits von der Anmut alles willkürlich Gemachte ausgeschlossen sehen wollen, so folgt als vierter Satz: Anmut liegt in dem, was bei absichtlichen Bewegungen unabsichtlich, zugleich aber einer moralischen Ursache im Gemüt entsprechend ist.

e) Beschränkung des Gebiets der sympathetischen Be- wegungen. Die Bewegungen, in denen Anmut sich zeigen soll, müssen einem moralischen Empfindungszustand im Menschen zum Ausdruck dienen: sie sind sprechend im enge- ren Sinne. Im Gegensatz dazu nennt Schiller sprechend(mi- misch) im weitesten Sinne jede Erscheinung am Körper, die einen Gemütszustand begleitet und ausdrückt: in diesen letzteren kann sich Anmut nicht zeigen, welche immer nur in einer Aeusserung der Person des Menschen zu Tage treten kann.«Wenn wir aus dem architektonischen Teil der Bildung des Menschen erfahren, was die Natur mit ihm beabsichtigt hat, so erfahren wir aus dem mimischen Teil derselben, was er selbst zur Erfüllung dieser Absicht getan hat.) Von den

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