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erkennen und das Geheimnis der von Gott aufgerichteten Welt- ordnung zudurchdringen, studiert man die Universalgeschichte
Die Hilfsmittel der historischen Wissenschaft, die zu diesem Ziele führen, sind Analogie und Hypothese.
a) Analogie: Um Lücken der geschichtlichen Ueber- lieferung zu ergänzen, kann auf Grund der Methode, nach der Analogie zu schliessen, von den neuesten Erscheinungen, die im Kreise unserer Beobachtungen liegen, auf diejenigen, welche sich in geschichtlichen Zeiten verlieren, rückwärts ein Schluss gezogen und einiges Licht verbreitet werden: denn die Gleichförmigkeit und unveränderliche Einheit der Natur- gesetze und des menschlichen Gemüts ist nicht anzuzweifeln.
b) Hypothese: Die unzusammenhängenden Erscheinungen der Weltgeschichte sucht der philosophische Geist, eben weil er Ursache und Wirkung ineinander greifen sieht, als Mittel und Absicht zu verbinden. Er hypothesiert ein übereinstim- mendes Ganzes, das freilich nur in seiner Vorstellung vor- handen ist, und bringt also einen vernünftigen Zweck in den Gang der Welt und ein teleologisches Prinzip in die Welt- geschichte. Mit diesem durchwandert er sie noch einmal und hält es prüfend gegen jede Erscheinung, welche dieser grosse Schauplatz ihm darbietet: er sieht es durch tausend beistim- mende Fakta bestätigt und durch ebenso viele andere wider- legt; aber so lange in der Reihe der Weltveränderungen noch wichtige Bindungsglieder fehlen, so lange das Schicksal über so viele Begebenheiten den letzten Aufschluss noch zurück- hält, erklärt er die Frage für unentschieden, und diejenige Meinung siegt, welche dem Verstande die höhere Befriedigung und dem Herzen die grössere Glückseligkeit anzubieten hat. Freilich steht eine Weltgeschichte nach solchem Plan erst in den spätesten Zeiten zu erwarten. Aber die Bemühung des philosophischen Kopfes trägt doch dazu bei, vielleicht einen späten Nachfolger auf den Weg zu leiten, das Problem der Weltordnung aufzulösen, in das Geheimnis der von Gott auf- gerichteten Weltordnung einzudringen.
2. Nutzen einer solchen Geschichtsbetrachtung.
Uebergang: Auf solche Art behandelt, wird das Studium der Weltgeschichte eine ebenso anziehende, als nitz- liche Beschäftigung gewähren; es wird die vorschnellen Ent- scheidungen des Augenblicks und die beschränkten Urteile der Selbstsucht verbessern.
a) Während der einzelne Mensch und seine Meinungen von ephemerer Dauer sind, bleibt die Geschichte allein unaus-


