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eine Auswahl aus Immanuel Kants Schriften»(Heft 7) in den einzelnen Bruchstücken im Wortlaut wiedergegeben hat.
Bei sorgfältiger Erwägung zeigt sich, dass Schillers ästhe- tischen Abhandlungen klare Dispositionen zu Grunde liegen: sind dieselben erkannt, so finden fleissige und intelligente Primaner in dem Texte selbst sich sehr gut zurecht. Für die richtige Auffassung der Gliederung der Abhandlungen „Uber Anmut und Würde“,„Uber das Pathetische“ und„UÜber den moralischen Nutzen ästhetischer Sitten“, im besonderen für die vier das Wesen der Anmut kurz zusammenfassenden Sätze S. 17 bis 19 bin ich E. Grosse zu Dank verpflichtet, der auch den Gedanken der„Schlussbemerkung“ wiederholt stark betont hat, und dem es leider nicht gefallen hat, seine An- sichten über diese Dinge selbst zu veröffentlichen. Karl To- nnaschek(Schiller in seinem Verhältnisse zur Wissenschaft. Wien. 1862) hatte nicht das Bedürfnis der Schule im Auge.
Die folgenden Abhandlungen sind wirklich von Schülern der Sekunda und Prima bearbeitet worden.
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1. Die Schaubühne als eine moralische Anstalt betrachtet.
(Die Abhandlung erschien zuerst in der Rheinischen Thalia. Erstes Heft. 1785.)
A. Einleitung: Der Mensch, dessen sinnliche Triebe gesättigt sind, verlangt, so oft er von den einförmigen Ge- schäften des Berufs ermattet und von den höheren Anstren- gungen des Geistes erschöpft ist, nach einem mittleren Zu- stand, der den wechselweisen Uebergang des einen Zustandes in den anderen erleichtert: dazu dient ihm vor allen andern Mittein den ästhetischen Sinn zu befriedigen, die Bühne, die dem nach Tätigkeit dürstenden Geist einen unendlichen Kreis eröffnet und jeder Seelenkraft Nahrung gibt, ohne eine einzige zu überspannen.
B. Abhandlung: Die Schaubühne darf als eine mo- ralische Anstalt betrachtet werden, da sie die Bildung des Ver- standes und Herzens mit der edelsten Unterhaltung vereinigt.
I. Verdienste der besseren Bühne um diesittliche Bildung.
1. Die Unzulänglichkeit der politischen Gesetze ver- schafft, wie der Religion, so auch der Schaubühne einen tief- greifenden sittlichen Einfluss.
a) Während die Religion durch ihre Gemälde von Him- mel und Hölle, d. h. durch Gemälde der Phantasie, Schreck- bilder und Lockungen aus der Ferne im ganzen mehr auf den


