Dispositionen au einigen ästhetischen Ibhandlungen Fchillers.
Die ästhetisch-sittlichen Anschauungen von Kant und Schiller, so lesen wir bei P. Geyer(Der Deutsche Aufsatz. München. Beck. 1906. S. 254), haben bis heute von ihrer Be- deutung nicht das Geringste eingebüsst. Im Gegenteil, sie wirken auf die Philosophie der Gegenwart in immer höherem Masse ein.“ Deshalb hat die Bedeutung der ästhetischen Ab- handiungen Schillers für den deutschen Unterricht in der Prima eher zu- als abgenommen, so dass es nicht mehr geht, sie mit der Begründung abzuweisen, dass sie für die Schule zu schwer sind. Sicher ist, dass Primaner, welche das Ver- ständnis dieser Abhandlungen erarbeitet haben, in ihrer Ent- wickelung einen tüchtigen Schritt vorwärts getan haben. Es kommt nur darauf an, das Studium dieser Abhandlungen so vorzubereiten, dass es von Primanern mit Erfolg betrieben werden kann. E. Grosse hat in den Programmen unserer An- stalt und in den sieben bei Weidmann(Berlin. 1902 und 1903) erschienenen Heften«zum deutschen Unterrichty das Bei- spiel gegeben mit der vorbereitenden Bearbeitung der Begriffe des Erhabeneny und des«Schöneny. P. Geyer geht auf demselben Wege weiter und gibt(a. a. O., S. 249— 258) Dis- positionen der«philosophischen und sonstigen Abhandlungen Schillers»: freilich in sehr ungleicher Ausführung, von einigen wenigen ausführlich, von den meisten nur den Hauptgedanken ganz kurz bezeichnend. In welcher Ausführlichkeit der Ge- dankengang dieser Abhandlungen gegeben wérden soll, darüber kann man verschiedener Meinung sein. Richtig ist es wohl zu unterscheiden zwischen denjenigen, die zur statarischen Lektüre gehören, und den andern, die im Anschluss an ein Aufsatz-Thema der Privatlektüre der Primaner überlassen bleiben müssen: für jene, wie Schillers Abhandlung Ueber das Erhabeney, wird eine kurze Disposition ausreichen, wie E. Grosse sie gegeben hat(Heft 1), für diese wird sich eine grössere Ausführlichkeit empfehlen: wie denn E. Grosse in seinen Heften zum deutschen Unterrichty die Abhandlungen von W. v. Humboldt:«Ueber Schiller und den Gang seiner Geistesentwickelungy(Heft 3) und von Herder: Nemesis» (Heft 5) im Wortlaut, und eine«Auswahl von zur Nemesis Zugehörigem aus andern Schriften Herders»(Heft 6), sowie


