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patrotiſchen Wärme das Schönheitsgefühl zugleich geweckt und genährt, und doppelt tief prägt ſich dem jugendlichen Geiſt das Bild des theuren Bodens ein, der uns und unſere Stammesbrüder trägt und nährt.
Nehmen die eben beſprochenen Unterrichtszweige, wie wir geſehen, eine hochwichtige Stelle im Lehrplan der Realſchule ein mit Rückſicht auf das ethiſch⸗nationale Bildungsziel derſelben, ſo muß dem Unterricht in der Mutterſprache nach dieſer Richtung hin eine noch wichtigere Stelle zuerkannt werden. So ſelbſtverſtändlich das ſcheint, ſo iſt es doch noch nicht zu voller practiſcher Geltung gekommen.
Durch das vereinte Zuſammenwirken von Religion, Deutſch und Geſchichte werden der Jugend die Ideale vorgeführt, die in der chriſtlich⸗germaniſchen Weltanſchauung zu höherer Geſtaltung gekommen ſind, und daher auch zu höherer Verwirklichung gebracht werden als im Alterthume. Da liegt die edelſte und höchſte Aufgabe der deutſchen Schule, welche durch die Arbeit an der Erfüllung dieſer Aufgabe gehoben und verinnerlicht worden iſt. Zur Löſung derſelben iſt namentlich auch die Realſchule berufen, welche ſich ſeit ihrem Entſtehen als deutſche Schule eingeführt hat. Nur durch die gewiſſenhafteſte Berückſichtigung des in unſerem Volkscharacter zu inniger Harmonie verſchmolzenen germaniſchen und chriſtlichen Elemente iſt eine wahrhaft nationale Erziehung zu bewirken. Denn als eine ſolche kann doch nur die angeſehen werden, welche aus dem innerſten Geiſtesleben der Nation hervorgegangen iſt.
Das Leben eines Volkes kommt nun in keiner Erſcheinung ſchärfer zum Ausdruck als in ſeiner Sprache und den durch dieſelbe vermittelten Aeußerungen ſeines Geiſteslebens, ſeiner Literatur.
Die Sprache iſt das herrlichſte Geſchenk, welches Gott den Menſchen gegeben hat. Sie iſt zugleich ſeine Geſchichte, und Gott hat ihm die Gabe der Sprache verliehen, zugleich mit dem Geiſt, deſſen Aufgabe es iſt, jenes herrliche Geſchenk in freier Thätigkeit zur Entwicklung zu bringen.*) Daß der Menſch dieſe Gabe frei zu üben und auszubilden habe, iſt ſchon klar und deutlich in den Worten der heiligen Schrift ausgeſprochen: Da nun Jehova, Gott von der Erde gebildet hatte alle Thiere des Feldes und alle Vögel unter dem Himmel, ſo führte er ſie dem Menſchen vor, zu ſehen, wie er jedes nennen würde; und alle belebten Weſen ſollten den Namen behalten, den ihnen der Menſch beilegte.(Geneſ. 2, 19.)
Im wechſelvollen Lauf der Geſchichte ſehen wir ſodann zahlreiche Völker, die nach Wohnplatz und beſonderen Schickſalen eine reiche Mannigfaltigkeit von Sprachen aufweiſen. Die Sprache jedes Volkes ſelbſt giebt ein treues Bild ſeiner Geſchichte, Da, wo die Geſchichtsforſchung mit den ihr eigenen Hülfsmitteln nicht hinzudringen vermag, hat die Sprachforſchung ihr die Leuchte vorantragen müſſen. Die Forſchungen von Männern wie Wilhelm von Humboldt, Grimm, Bopp und anderen, namentlich deutſchen Gelehrten haben davon ſtaunenswerthe Beiſpiele geliefert. Die Urxgeſchichte
*) Ueber den Kampf der deutſchen Sprache gegen fremde Elemente. Von Realſchuldirector Schacht. Düſſeldorf.


