Aufsatz 
Die Montabaurer Amtsbeschreibung des Hofrats Damian Linz, geschlossen den 31. Dezember 1786 : 1. Teil
Entstehung
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Den Kirchhof beſaß Hahn ſchon vor der Separation. Vor der Separation des Jahres 1782 ſtand es dem Schönberger Pfarrer zu, den curatus residens in Hahn zu ernennen. Für Ernennung des Kirchen- und Schulmeiſters galt das in Holler übliche Verfahren.

19. Pfarrei Meudt 1 mit 555 Seelen. Filialen: Dahlen 13 Eiſen 425, 115, Ehringhauſen 7 Ettinghauſen Goldhauſen 79 Langwieſen 30 1 Niederahr 230 9 Oberahr 254 Ruppach 131 Zehnhauſen 72

Meudt galt als uralte Mutterkirche mit unbekannter Fundation. Die Kirche wurde im Anfange des 18. Jahrhunderts von den Pfarrgenoſſen ſelbſt gebaut. Die Zehntherrſchaft wollte ſich nicht für verpflichtet halten, weil Meudt, Dahlen, Eiſen, Niederahr, Oberahr, Etting⸗ hauſen und Ehringhauſen außer wenigen Naturalien, die der zeitige Paſtor pro competentia bezog, und außer dem ſog. wohl nicht beſonders beträchtlichen Meudter Rentenzehnten ihre Früchte nicht gewöhnlichermaßen verzehnteten, ſondern ein Sicheres an bloßem Hafer sub rubrica Sackzehnten entrichteten und ſo Dahlen weder Natural- noch Sackzehnten abgab. Es mußten aber Goldhauſen, Langwieſen und Ruppach den Zehnten wie gewöhnlich in natura wirklich abgeben. Gegen dieſe konnte alſo nach der Anſicht des Hofrats Linz ein ſolches Argument nicht gelten, und ſie gehörten demnach mit zur Pfarrei Meudt. Von dem beſtimmten Sack zehnten der übrigen Ortſchaften iſt zu vermuten, daß ſolche zur Zeit der Vereinbarung das Angemeſſene waren. Zur Zeit dieſer Vereinbarung, etwa ums Jahr 1410, mochte in der Meudter Gegend noch wenig oder gar kein Korn gezogen worden ſein, wie auf dem hohen Weſterwald Ende des 17. Jahrhunderts wenig oder gar keines angebaut wurde; und wenn die Zehntherrſchaft behauptete, es ſei derowegen bei dieſer Vereinbarung am Zehnten nachge⸗ laſſen worden, damit die Untertanen ſelbſt bauen ſollten, ſo war es ihre Sache, ſolches zu be weiſen. Linz weiſt auf einen unter dem Jahre 1410 den Amtsurkunden beigefügten Extractus ex M. d. J. Mechtesi Decani qtnondam Limburgensis hin, worin die Vereinbarung zwiſchen dem Stift Limburg und Meudt beſchrieben, aber kein Wort von dieſem Vorbehalt erwähnt wird,wo doch ſolcher allenfalls daß er vorhanden geweßen, als gewiß merkwürdig hätte be⸗

meldet werden müſſen. Es findet ſich hingegen bei der Pfarr Meud noch ein Decretum

officiale, vom.... welches die von der Pfarrgenoſſenſchaft von Meud entgegen das Stift Limburg vorgezeignete Koſten auf.... ermäßiget und es wird ſich Inhalts dieſer Koſten Verzeignuß auf einen Spruch von.... bezogen; es iſt aber weder dieſer Spruch

noch ſonſten etwas weiter von den Vorakten daſelbſt erfindlich, es muß alſo das Nähere bei dem geiſtlichen Offizialat nachgeſpühret und zu ſeiner Zeit daher eingetragen werden.

DasReihenbegraben war in Meudt eingeführt.

In der anderen Kirche zu Meudt, St. Gangolf-Kirche, wurden Meſſen geleſen. An St. Anna⸗Tag hielt man Feſtgottesdienſt ab. Es exiſtierte keine Stiftung, die Gemeinde hatte die Kirche erbaut, Paramenten ꝛc. nahm man aus der Pfarrkirche.Dieſe überflüſſige Kirche, ſchreibt Linz,exiſtierte beſſer gar nicht.... Aus Mangel der nötigen Unterhaltung ver⸗ fällt ſie ſchon wirklich... Der Paſtor Schütz hätte beſſer das Geld für die alte verwendet... Die dermalige Pfarrkirche iſt ein elendes Gebäu, obſchon ſie ebenwohl nicht lange beſteht; ſollte nicht die Zehndherrſchaft ſondern die Pfarrgenoſſenſchaft ſelbſt zu deſſen Aufbauung gehalten ſein, ſo wäre mit Aufbewahrung der alten Gangolphskirche zumal übel geſcheen. Linz berichtet