Aufsatz 
Verzeichnus der dörffer, feuerstedt und haupter, auch frembter hern renthen und guldten, in der stat und banne Monthabaur, anno domini 1548 beschrieben und in cantzlei uberschickt
Entstehung
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103 Item geben noch den grafen Naſſaw und Kunigſtein iarlichs vor fleiſch geldtss) 7 ½ fl. 104 Summarum feuerſtede im band und ampt Monthabur ſonder die ſtat 504 und ſoviel haupter und ſeint witwen mit herin gerechnet.

Nota, das anno 92 ernſtlich bevehlch gebenn wordenn nicht die heupter nach denn feuhrſtettenn, ſonder ehenn zu ehenn zu rechnenn weill in einem hauß oftermahll mehr heupter.

105 VIII Molßberg ⁵³)

Hat ann feurſteden 25 und ſovil haupter ſampt witwen. 106 Unnd alles gefell darin und darumb iſt meinem gnedigſten hern zinßbar und guldhaftig.

107 Burgſeß zu Molßberg.

Iſt belacht 60) durch die witwe vom Steine.

Hilgar von Staffell

Peter Steintgin

Dietherich von Dietz, amptman zu Weilnaw.

Renthen ligen in der grafſchaft.

Hier endet das alte Verzeichnis aus dem Jahre 1548. Als Ergänzung der darin ge⸗ machten Angaben möge für die Zeit vor 1548 ein Abſchnitt aus dem ſog. Huldigungsbuche, auf das Dr. P. Richter, Archivar zu Coblenz, in ſeiner Abhandlung über das Leben und die Schriften des kurtrieriſchen Sekretärs Peter Maier von Regensburg(14811542) im Trier. Ar⸗ chiv VIII. hinweiſt, folgen und für die Zeit nach 1548 ein zweiter Abſchnitt aus den ſog. Feuer⸗ büchern, die von W. Fabricius zu ſtatiſtiſchem Zwecke in den Erläuterungen zum geſchichtlichen Atlas der Rheinprovinz benutzt worden ſind.

In dem Huldigungsbuche, einer in Pergament gebundenen Papierhandſchrift des Co blenzer Staatsarchivs(St. A. A. I. 1. Nr. 108), werden die den Erzbiſchöfen von den Städten, Flecken, Ämtern, Landſchaften und Dörfern geleiſteten Huldigungen beſchrieben. Dabei berührt der Verfaſſer auch Verhältniſſe, die nur in ſehr loſem Zuſammenhange mit den Huldigungen ſtehen. Unter anderem bringt er im 4. Teil S. 291 293 nach dem Berichte über die Huldigung folgenden knappen Auszug aus der ſtatiſtiſchen Beſchreibung des Amtes Montabaur:

⁵s) Fleiſch- oder Kuhgeld war ebenfalls eine Abgabe. So erhielt Ende des 16. Jahrhunderts der Kur⸗ fürſt aus den 16 Gemeinden des Amtes Montabaur ohne die Kirchſpiele 81 Gulden. Die Heimburger erhoben noch 12 Gulden dazu, und zwar S für den Kellner, 1 für das Hausgeſinde, 3 für ſich. Eſchelbach zahlte z. B. 6 Gulden 18 Albus, Wirges 8 Gulden Fleiſchgeld.

⁵59) Molsberg kam 1365 als Eigentum an Trier, 1575 als Lehn an Philipp von Reiffenberg, 1657 an die Freiherrn und jetzigen Grafen von Walderdorf. Letztere beſaßen die Liuſtzeriihzsharteit die Kriminalgerichts⸗ barkeit wurde vom Amte Montabaur ausgeübt.

) Belegen nach Lexer= beſetzen oder als Hypothek anweiſen.